Am 8. September 2026 hat die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom die Strompreise 2027 veröffentlicht. Ein typischer Haushalt (Verbrauchsprofil H4) zahlt 2027 im Median 26,5 Rp./kWh, rund 1,2 Rp. weniger als 2026 (ElCom, 8. September 2026). Beim Kochen fällt die Senkung kaum ins Gewicht. Ein Standard-Backvorgang kostet zum Median 2026 18,0 Rp., 2027 noch 17,2 Rp.

Viel stärker zählt, wie du kochst. Dieselben 500 g Kartoffeln kosten im Backofen 26,8 Rp. Strom, im Dampfkochtopf 4,3 bis 5,0 Rp. (Median 2026). Hier findest du die neuen Preise, die Kosten pro Anwendung von sechs Geräten und die Gewohnheiten, die nachweislich Energie sparen.

Was die ElCom für 2027 bekannt gegeben hat

Der Referenzhaushalt der ElCom ist das Profil H4. Das ist eine 5-Zimmerwohnung mit Elektroherd und Tumbler, aber ohne Elektroboiler. Sie verbraucht 4'500 kWh pro Jahr (ElCom, Wegleitung Tarifdeklaration 2027).

  • Gesamttarif 2027: 26,5 Rp./kWh im Median, nach 27,7 Rp./kWh im Jahr 2026 (ElCom, FAQ zu den Tarifen 2026).
  • Energie: sinkt von 12,11 auf 11,35 Rp./kWh. Netznutzung: steigt von 10,73 auf 10,94 Rp./kWh.
  • Jahresrechnung H4: CHF 1'194 im Jahr 2027, CHF 53 weniger als 2026.

Die ElCom begründet die Senkung vor allem mit tieferen Beschaffungskosten, weil teure Verträge auslaufen. Der deutliche Preisanstieg im Grosshandel seit März 2026 zeigt sich 2027 kaum und wirkt sich allenfalls erst später aus. Die Strompreis-Webseite der ElCom weist die Tarife ohne Mehrwertsteuer aus (ElCom, Tarife 2027). Auf deiner Rechnung kommt die MWST zum Normalsatz von 8,1 % dazu, gültig seit 1. Januar 2024 (ESTV). Die neuen Tarife gelten ab 1. Januar und bleiben das ganze Jahr fix.

Was eine Anwendung kostet: Backofen, Kochfeld, Wasserkocher, Mikrowelle, Airfryer

Die Tabelle multipliziert den gemessenen Verbrauch mit dem ElCom-Median für das Profil H4. Das sind 27,7 Rp./kWh für 2026 und 26,5 Rp./kWh für 2027, jeweils ohne MWST. Die Werte für Backofen, Kochfeld, Wasserkocher und Mikrowelle stammen vom Zürcher Energieversorger EKZ. Sie beschreiben je eine Standardanwendung mit einem modernen, effizienten Gerät, gerundet auf 5 Wh (EKZ, 2025). Der Vergleich von Airfryer und Backofen stammt aus einem Labortest der britischen Konsumentenorganisation Which? (Which?, 2024). Getestet wurden 320 g Tiefkühl-Pommes-frites in beiden Geräten.

AnwendungkWhKosten 2026 (27,7 Rp./kWh)Kosten 2027 (26,5 Rp./kWh)
Backofen, ein Standard-Backvorgang mit Umluft (Messung nach EU-Energieetikette)0,6518,0 Rp.17,2 Rp.
Induktionskochfeld, 1 Liter Wasser aufkochen und 20 Min. warm halten0,174,7 Rp.4,5 Rp.
Wasserkocher, 1 Liter Wasser aufkochen0,1153,2 Rp.3,0 Rp.
Mikrowelle, 5 Min. bei 700 W0,061,7 Rp.1,6 Rp.
Airfryer, 320 g Tiefkühl-Pommes-frites (23 Min.)0,2877,9 Rp.7,6 Rp.
Backofen, dieselben 320 g Pommes-frites (33 Min.)0,86323,9 Rp.22,9 Rp.
Verbrauch: EKZ 2025 (erste vier Zeilen), Which? 2024 (Pommes-frites). Preis: ElCom-Median Profil H4, ohne MWST, 2026 und 2027.

Erstens spart dir der Tarif 2027 bei einem Standard-Backvorgang 0,8 Rp., beim Wasserkocher oder der Mikrowelle nur Bruchteile eines Rappens. Zweitens brauchte der Airfryer für dieselben Pommes-frites rund einen Drittel der Energie des Backofens. Der «Kassensturz» kam 2022 zu einem ähnlichen Ergebnis: Ein Backofen braucht wegen des grösseren Volumens etwa dreimal mehr Strom als ein Airfryer (SRF Kassensturz, 6. Dezember 2022).

Dieselben 500 g Kartoffeln, verschiedene Methoden

Ein Schweizer Labortest zeigt, wie stark die Methode zählt. Durchgeführt hat ihn die Schweizerische Agentur für Energieeffizienz S.A.F.E. im Auftrag von EKZ und WWF Schweiz (S.A.F.E., 2012). Gemessen wurde, wie viel Energie 500 g Kartoffeln je nach Kochart brauchen. Der Test stammt von 2012. Lies die Werte deshalb als Vergleich der Methoden, nicht der heutigen Geräte. Die Spannweiten umfassen die getesteten Kochfelder (Induktion, Glaskeramik, Gussplatte).

Methode (500 g Kartoffeln)kWhKosten 2026Kosten 2027
Im Backofen gebacken (Ober- und Unterhitze, 220 °C)0,96726,8 Rp.25,6 Rp.
Pfanne mit viel Wasser, ohne Deckel0,426-0,43311,8-12,0 Rp.11,3-11,5 Rp.
Pfanne mit Deckel (im Wasser oder mit Siebeinsatz)0,222-0,2786,1-7,7 Rp.5,9-7,4 Rp.
Dampfkochtopf0,154-0,1804,3-5,0 Rp.4,1-4,8 Rp.
500 g gekochte Kartoffeln in der Mikrowelle aufwärmen0,0641,8 Rp.1,7 Rp.
Verbrauch: S.A.F.E. im Auftrag von EKZ und WWF Schweiz, 2012. Preis: ElCom-Median Profil H4, ohne MWST.

Die Ofenkartoffeln brauchten rund zehnmal so viel Energie wie die sparsamste Methode im Test, eine Isolierpfanne auf Induktion. Ein Deckel allein senkte den Verbrauch um rund 40 %. Der Dampfkochtopf sparte gegenüber der normalen Pfanne mit Deckel rund 30 %. Darin waren die Kartoffeln nach insgesamt 15 Minuten gar, alle anderen Methoden dauerten mindestens doppelt so lange.

Faustregel: Im Test von S.A.F.E. veränderte die Wahl der Kochmethode den Stromverbrauch um den Faktor acht bis zehn. Der neue Tarif senkt den Preis pro kWh um rund 4 %.

Gewohnheiten, die Strom sparen

  • Deckel drauf. Im S.A.F.E.-Test sparte ein Deckel beim Kartoffelkochen rund 40 % Energie. Mit Deckel halten weniger als 200 Watt 1,5 Liter Wasser am Kochen. Ohne Deckel braucht die Platte 750 Watt, so die kantonalen Energiefachstellen (energie-umwelt.ch, 2025). Eintopfgerichte machen es einfach: siehe unsere günstigen Eintopfgerichte.
  • Wasserkocher für Wasser, das du trinkst oder übergiesst. Für eine Tasse Tee braucht der Wasserkocher fast nur halb so viel Strom wie eine Pfanne auf dem Herd (energie-umwelt.ch, 2025). Koche nur so viel Wasser, wie du brauchst. Bei Spaghetti brachte das Vorkochen im Wasserkocher im S.A.F.E.-Test keine echte Ersparnis: 410 Wh ohne, 413 Wh mit. Pfanne und Kochfeld müssen trotzdem aufheizen.
  • Backofen gut füllen. EnergieSchweiz empfiehlt, den Ofenraum voll zu nutzen und mehrere Gerichte gleichzeitig zuzubereiten. Umluft spart 15 % gegenüber Ober- und Unterhitze. Vorheizen braucht es selten, etwa für ein Soufflé (EnergieSchweiz). Siehe auch unseren Beitrag zum Batch Cooking nach den Sommerferien.
  • Restwärme nutzen. Schalte den Backofen fünf Minuten vor Ende aus (EnergieSchweiz). Auf Glaskeramik und Gussplatten lohnt es sich, die Platte einige Minuten früher abzustellen. Ein Induktionsfeld speichert keine Wärme, dort funktioniert dieser Trick nicht.
  • Airfryer für kleine Portionen, Backofen für viele. Laut Which? sind die Einsparungen bei kleinen Mengen am grössten. Musst du in mehreren Durchgängen garen, kann der Backofen günstiger sein. Der «Kassensturz» ergänzt, dass der tiefere Verbrauch die graue Energie des Geräts erst nach vielfachem Gebrauch wettmacht.
  • Doppelt kochen, in der Mikrowelle aufwärmen. Im S.A.F.E.-Test brauchten 1'000 g Kartoffeln in der Pfanne mit Deckel auf Induktion nur 37 % mehr Energie als 500 g. Das Aufwärmen von 500 g in der Mikrowelle brauchte 64 Wh, deutlich weniger als erneutes Kochen.

Warum deine Rechnung anders aussehen kann

Der Median ist ein mittlerer Wert für die Schweiz, nicht dein Tarif. Rund 580 Netzbetreiber legen ihre Tarife selbst fest. Laut ElCom unterscheiden sie sich zum Teil erheblich, vor allem wegen der Energiebeschaffung. Auf der Strompreis-Webseite der ElCom findest du den Tarif 2027 für deine Gemeinde und dein Verbrauchsprofil. Dazu drei Punkte:

  • Haushalte mit weniger als 100'000 kWh Verbrauch pro Jahr können ihren Stromlieferanten nicht wählen. Sie bleiben in der Grundversorgung ihres lokalen Netzbetreibers (ElCom FAQ).
  • Ein Teil der Rechnung ist ein fixer Messtarif: CHF 78.48 pro Jahr im Median 2027, je nach Netzbetreiber zwischen CHF 0 und CHF 180. Eine eingesparte kWh senkt deine Rechnung deshalb etwas weniger als der Durchschnittspreis.
  • Liegt dein Verbrauch weit weg von 4'500 kWh? Dann wähle auf der ElCom-Webseite ein passenderes Profil, etwa H1 für eine 2-Zimmerwohnung oder H2 für eine 4-Zimmerwohnung.

Wo Eini ins Spiel kommt

Das Modul Lebensmittel von Eini erstellt einen Wochenmenüplan für Mittag- und Abendessen an deinen Kochtagen. Der Plan richtet sich nach den Aktionen der Woche bei Coop, Migros, Lidl, Aldi, Denner und Aligro. Mit «Einmal kochen, zweimal essen» plant Eini Reste bewusst ein, so deckt eine Kochsession am Herd oder im Ofen zwei Mahlzeiten ab. In den Einstellungen gibst du die Geräte an, die du besitzt, und die automatische Einkaufsliste ist nach Laden, Kategorie oder Rezept gruppiert. Die ersten 3 Menüpläne sind gratis.

Häufige Fragen

Wie viel kostet Strom 2027 in der Schweiz?

Laut ElCom (8. September 2026) zahlt ein typischer Haushalt 2027 im Median 26,5 Rp./kWh, ohne MWST. Gemeint ist das Profil H4, eine 5-Zimmerwohnung mit Elektroherd und Tumbler und 4'500 kWh Verbrauch pro Jahr. Das sind rund 1,2 Rp. weniger als 2026 (27,7 Rp./kWh), dein lokaler Tarif kann abweichen.

Was kostet ein Backvorgang im Backofen?

Ein Standard-Backvorgang mit Umluft braucht laut dem Zürcher Energieversorger EKZ (2025) rund 0,65 kWh. Zum ElCom-Median für das Profil H4, ohne MWST, sind das 18,0 Rp. im Jahr 2026 und 17,2 Rp. im Jahr 2027.

Braucht ein Airfryer weniger Strom als der Backofen?

Im Labortest von Which? (2024) brauchten 320 g Tiefkühl-Pommes-frites im Airfryer 0,287 kWh und im Einbaubackofen 0,863 kWh. Zum ElCom-Median 2027 für das Profil H4 (26,5 Rp./kWh, ohne MWST) sind das 7,6 Rp. gegenüber 22,9 Rp. Musst du in mehreren Durchgängen garen, schrumpft der Vorteil.

Spart es Strom, das Teigwarenwasser im Wasserkocher aufzukochen?

In einem Schweizer Labortest von S.A.F.E. für EKZ und WWF (2012) brauchten Spaghetti auf dem Kochfeld 410 Wh. Mit vorgekochtem Wasser aus dem Wasserkocher waren es 413 Wh. Für eine Tasse Tee braucht der Wasserkocher laut energie-umwelt.ch dagegen fast nur halb so viel Strom wie eine Pfanne auf dem Herd.

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