Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag fällt dieses Jahr auf Sonntag, 20. September 2026. Er ist immer am dritten Sonntag im September. Dieses Datum hat die Tagsatzung am 1. August 1832 für alle Kantone festgelegt (Historisches Lexikon der Schweiz, 2015).
In der Romandie gehört an diesem Tag ein Zwetschgenkuchen auf den Tisch, die «tarte aux pruneaux». Früher fastete man bis zum Gottesdienst am Nachmittag. Statt eines richtigen Essens gab es deshalb eine Wähe, manchmal schon am Vortag gebacken (Kulinarisches Erbe der Schweiz, überarbeitet 2019). Hier findest du die Hintergründe, ein Rezept für Zwetschgenwähe und ein einfaches Sonntagsmenü, das auch für Montag reicht.
Warum der Bettag am dritten Septembersonntag ist
Katholische und reformierte Orte ordneten Fast- und Bettage an, lange bevor es ein gemeinsames Datum gab. 1796 drohte die Revolution, und Bern beantragte bei der Tagsatzung einen gemeinsamen Tag. Der erste allgemeine eidgenössische Bettag fand am 8. September 1796 statt.
Die feste Regel kam später. Am 1. August 1832 bestimmte die Tagsatzung auf Antrag des Aargaus den dritten Sonntag im September als Bettag für alle Kantone (HLS, 2015). Genf geht bis heute einen eigenen Weg: Dort gilt der Jeûne genevois am Donnerstag nach dem ersten Sonntag im September.
2026 ist der 1. September ein Dienstag. Die folgenden Sonntage sind der 6., der 13. und der 20., also ist der Bettag am 20. September. Die offiziellen Seiten der Kantone Waadt und Neuenburg nennen für den Lundi du Jeûne den Montag, 21. September 2026. Das passt zusammen.
Lundi du Jeûne und Jeûne genevois: die Daten 2026
Der Bettag selbst ist überall ein Sonntag. Unterschiede gibt es bei den Tagen rundherum.
| Tag | Datum 2026 | Kanton | Status |
|---|---|---|---|
| Jeûne genevois | Donnerstag, 10. September | Genf | Offizieller Feiertag |
| Bettag / Jeûne fédéral | Sonntag, 20. September | Eidgenössisches Datum | Sonntag |
| Lundi du Jeûne (Bettagsmontag) | Montag, 21. September | Waadt | Offizieller Feiertag |
| Lundi du Jeûne (Bettagsmontag) | Montag, 21. September | Neuenburg | Kein offizieller Feiertag; Läden und Kantonsverwaltung geschlossen |
Die Waadt zählt den Lundi du Jeûne zu ihren Feiertagen (Kanton Waadt, Feiertage 2026). Neuenburg nicht, doch laut Kanton sind die Läden an diesem Montag geschlossen, mit einigen Ausnahmen, und die Verwaltung hat frei (Kanton Neuenburg, 2026). Genf hatte seinen eigenen Feiertag schon zehn Tage früher, am Donnerstag, 10. September (Kanton Genf, 2026). Wohnst du in der Waadt oder in Neuenburg, reicht ein Einkauf am Samstag für das ganze lange Wochenende.
Warum am Bettag Zwetschgenwähe auf den Tisch kommt
Zwetschgenwähe ist in vielen Teilen der Schweiz beliebt. Laut dem Inventar Kulinarisches Erbe der Schweiz gehört sie aber vor allem in der Romandie zum Bettag (Kulinarisches Erbe der Schweiz). Am stärksten ist der Brauch in den reformierten Kantonen Neuenburg, Waadt und Genf sowie im Freiburger Seebezirk. Übrigens: «Pruneau» bedeutet in der Romandie die frische Zwetschge, nicht die Dörrpflaume wie in Frankreich.
Das Inventar nennt zwei Erklärungen:
- Keine Zeit zum Kochen. Ursprünglich ass man am Bettag über Mittag nichts, und der Gottesdienst dauerte bis in den Nachmittag. Statt eines richtigen Essens gab es eine Zwetschgenwähe, manchmal schon am Vortag gebacken.
- Das Essensgeld für die Armen. Seit dem frühen 19. Jahrhundert sammelte die Kirche das Geld, das sonst für das Sonntagsessen gedacht war, und gab es den Armen. So wurde nach und nach ein einfacher Saisonkuchen zur Mahlzeit des Tages.
Auch der Kalender passt, denn Zwetschgen haben im August und September Saison. Die älteste schriftliche Spur führt in die Deutschschweiz: Das Schweizerische Idiotikon belegt «Zwätschgedüne», ein anderes Wort für Zwetschgenwähe, seit 1624. Das erste Rezept aus der Romandie erschien 1817 in «La cuisinière genevoise». Der Brauch am Bettag selbst stammt wohl aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Laut RTS war die Wähe früher das einzige Gericht an diesem Sonntag, weil sie schnell gemacht, sparsam und saisonal war (RTS, 2018). Heute isst man sie meist zum Dessert. Eine Umfrage von 2004 zur Esskultur der Romandie fragte nach den liebsten Gerichten am Jeûne. Gut ein Drittel der Befragten nannte die Zwetschgenwähe.
Rezept: Zwetschgenwähe für ein Blech von 28 cm
Dieses Rezept folgt den Schritten aus dem Inventar: Kuchenteig, halbierte Zwetschgen, Zucker und Zimt. Es ergibt 8 Stücke. Mehr Ideen findest du bei unseren günstigen Zwetschgenrezepten.
Teig
- 250 g Mehl
- ½ TL Salz
- 125 g kalte Butter, in kleinen Würfeln
- ca. 1 dl kaltes Wasser (oder 1 Eigelb, mit Wasser ergänzt)
Belag
- ca. 1 kg Zwetschgen, halbiert und entsteint
- 3 EL gemahlene Haselnüsse oder Paniermehl, oder 2 EL Aprikosenkonfitüre
- 3 EL Zucker
- 1 TL Zimt
- nach Belieben: 1 dl Rahm, mit 1 Ei verquirlt
- Mehl, Salz und Butter zwischen den Fingern zu einer krümeligen Masse verreiben. Wasser dazugeben und den Teig rasch zusammenfügen, nicht lange kneten.
- Den Teig einpacken und mindestens 30 Minuten kühl stellen.
- Den Teig 3 bis 5 mm dick auswallen, in ein gefettetes oder mit Backpapier belegtes Blech legen und den Boden mit einer Gabel einstechen.
- Nüsse oder Paniermehl auf den Boden streuen oder ihn mit Konfitüre bestreichen. So saugt der Boden den Zwetschgensaft auf.
- Die Zwetschgen dicht im Kreis darauf verteilen, Schnittfläche nach oben.
- In der unteren Ofenhälfte bei etwa 180 °C 30 bis 40 Minuten backen. Mit Guss: Rahm und Ei nach 15 Minuten über die Zwetschgen giessen.
- Zucker und Zimt mischen und über die noch warme Wähe streuen.
Am Samstag backen: Eine Wähe vom Vortag ist genau der Ursprung des Brauchs, und dein Sonntag bleibt frei. Keine Zwetschgen im Haus? Der gleiche Boden passt auch für Äpfel oder Birnen. Laut Inventar backte man auch solche Wähen zum Bettag.
Ein einfaches Sonntagsmenü, das auch für Montag reicht
Das Menü unten reicht für 4 Personen am Sonntag und lässt eine zweite Mahlzeit für Montag übrig. Es setzt auf Herbstgemüse, Äpfel und Vorräte. In der Waadt ist auch der Montag frei, und die Resten ersparen dir dann das Kochen.
| Gang | Gericht | Hauptzutaten | Am Montag |
|---|---|---|---|
| Vorspeise | Kürbissuppe | 1,5 kg Kürbis, 2 Zwiebeln, 2 Kartoffeln, 2 l Bouillon | Zmittag mit Brot |
| Hauptgang | Älplermagronen mit Apfelmus | 500 g Hörnli oder Magronen, 500 g Kartoffeln, 200 g Hartkäse, 3 Zwiebeln, 2,5 dl Milch; 1 kg Äpfel | Im Ofen gratiniert zum Znacht |
| Dessert | Zwetschgenwähe | Siehe Rezept oben | Ein Stück zum Znüni oder Zvieri |
Die Sparlogik braucht keine Preisliste:
- Kauf, was Saison hat. Zwetschgen haben im August und September Saison, Kürbis und Äpfel ebenfalls. Obst und Gemüse in voller Saison findest du meist leichter zu einem guten Preis.
- Starte mit dem Vorrat. Mehl, Butter, Zucker, Teigwaren, Kartoffeln und Zwiebeln haben viele Haushalte schon zu Hause. Nimm den Hartkäse, der im Kühlschrank liegt, statt extra einen zu kaufen.
- Einmal kochen, zweimal essen. Ein doppelter Topf Suppe und eine grössere Portion Älplermagronen geben einmal Arbeit und decken den Montag mit ab. Geplante Resten landen selten im Abfall.
- Einmal einkaufen. Die meisten Läden sind am Sonntag zu, in Neuenburg auch am Montag. Eine einzige Liste für den Samstag spart Wege und Spontankäufe.
Für den Hauptgang findest du in unserem Beitrag Schweizer Klassiker günstig kochen weitere Ideen rund um Älplermagronen.
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Häufige Fragen
Wann ist der Bettag 2026?
Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag fällt auf Sonntag, 20. September 2026. Seit einem Beschluss der Tagsatzung vom 1. August 1832 ist er am dritten Sonntag im September. Nur Genf hält mit dem Jeûne genevois einen eigenen Tag (Historisches Lexikon der Schweiz).
Ist der Montag nach dem Bettag ein Feiertag?
Im Kanton Waadt ist der Lundi du Jeûne am Montag, 21. September 2026 ein offizieller Feiertag (Kanton Waadt, Liste 2026). In Neuenburg ist er kein offizieller Feiertag. Laut Kanton sind die Läden aber mit einigen Ausnahmen geschlossen, und die Kantonsverwaltung hat frei.
Warum isst man am Bettag Zwetschgenwähe?
Laut dem Inventar Kulinarisches Erbe der Schweiz ass man am Bettag ursprünglich über Mittag nichts, und der Gottesdienst dauerte bis in den Nachmittag. Darum ersetzte eine Zwetschgenwähe, manchmal am Vortag gebacken, das Essen. Eine zweite Erklärung: Seit dem frühen 19. Jahrhundert sammelte die Kirche das Geld für das Sonntagsessen und gab es den Armen.
Wann ist der Jeûne genevois 2026?
Der Jeûne genevois fällt auf Donnerstag, 10. September 2026 und ist im Kanton Genf ein offizieller Feiertag. Er ist jedes Jahr am Donnerstag nach dem ersten Sonntag im September (Kanton Genf, Liste 2026).
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