Ja. Eine WG, die ihr Lebensmittelbudget zusammenlegt und gemeinsam einkauft, gibt pro Person fast immer weniger aus als Mitbewohner, die getrennt einkaufen. Die Ersparnis kommt vom Aufteilen der Grundvorräte, gemeinsamem Kochen und weniger Foodwaste. Der eigentliche Haken ist die Fairness: Ohne klares, abgemachtes System kostet der Ärger am Ende mehr, als die Franken je gekostet haben.
In einer typischen vierköpfigen WG senkt der Wechsel von vier getrennten Einkäufen zu einem gemeinsamen System für Grundvorräte und drei bis vier gemeinsame Abendessen pro Woche die Rechnung jedes Mitbewohners um rund CHF 50–90 pro Monat. Das sind CHF 600–1'080 pro Jahr und Person, bei kaum verändertem Inhalt des Tellers.
Spart es wirklich Geld, Lebensmittel in der WG zu teilen?
Ein durchschnittlicher Schweizer Haushalt gibt laut Bundesamt für Statistik rund CHF 636 pro Monat für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke aus. Teilt eine WG ihre Küche falsch auf, kommt ein vierköpfiger Haushalt leicht über das Vierfache davon, denn getrenntes Einkaufen bedeutet vier halb leere Ölflaschen, vier Säcke Reis und vier Becher Joghurt, die im selben Kühlschrank langsam schlecht werden.
Das Zusammenlegen ändert die Rechnung auf drei Arten. Grundvorräte einmal statt viermal zu kaufen erschliesst die grösseren, günstigeren Packungsgrössen. Gemeinsame Abendessen verteilen die Kosten eines Rezepts auf alle am Tisch. Und ein gemeinsamer Kühlschrank mit einem klaren Besitzer pro Artikel verschwendet deutlich weniger, was ins Gewicht fällt, wenn Schweizer Haushalte pro Person schon rund 119 kg Lebensmittel im Jahr wegwerfen. Ein Paar in einer gemeinsamen Küche erlebt denselben Effekt, und das Lebensmittelbudget für Paare lässt sich sauber auf drei, vier oder fünf hochrechnen.
Faustregel: Geteilte Grundvorräte plus ein gemeinsames Abendessen pro Tag sparen einer vierköpfigen WG rund CHF 200–350 pro Monat gegenüber getrenntem Einkaufen. Je grösser der Haushalt und je mehr gemeinsam gekocht wird, desto grösser die Ersparnis pro Kopf.
Welches Aufteilungssystem passt zu deiner WG?
Es gibt keinen einzig richtigen Weg, eine Lebensmittelrechnung unter Mitbewohnern aufzuteilen; entscheidend ist das System, an das sich deine WG tatsächlich hält. Fünf Modelle decken fast jede Schweizer WG ab, und die meisten kombinieren am Ende zwei davon, statt sich für eines zu entscheiden.
| System | Wie es funktioniert | Am besten für |
|---|---|---|
| Gemeinsame Kasse | Jeder Mitbewohner zahlt monatlich einen festen Betrag in einen gemeinsamen Topf; alle Lebensmittel gehen daraus. | Enge WGs, die meist zusammen essen |
| Grundvorräte geteilt, Rest privat | Ein kleiner gemeinsamer Topf deckt Basics (Öl, Reis, Teigwaren, Gewürze, Reinigung), den Rest kauft jeder selbst. | Unterschiedliche Zeitpläne und Ernährung |
| Rotierender Einkäufer | Die Mitbewohner erledigen und zahlen den Wocheneinkauf abwechselnd; eine App hält den Saldo ausgeglichen. | WGs mit einer gemeinsamen Liste |
| Beleg-Splitting-App | Jeder kauft, wann er will, erfasst Belege in Tricount oder Splitwise, und die WG rechnet monatlich ab. | Vielbeschäftigte WGs, die selten gleichzeitig einkaufen |
| Komplett getrennt | Kein gemeinsames Geld; angeschriebene Tablare, alles eigenes, nur gelegentliche Einzel-Splits. | Wechselnde oder wenig vertraute WGs |
Was sollte eine WG gemeinsam in Grossmengen kaufen?
Grosseinkauf ist der klarste Gewinn einer gemeinsamen Küche, denn der Kilopreis einer Grosspackung liegt fast immer unter dem der kleinen. Der Haken: Die Packung muss aufgegessen werden, bevor sie schlecht wird, und eine WG mit vier oder fünf Leuten gehört zu den wenigen Schweizer Haushalten, die einen Grosssack Reis oder eine Catering-Schale Poulet ohne Foodwaste schaffen. Genau dann lohnt sich der Gang zu Aligro oder ein Grosseinkauf bei Denner; die ganze Logik steht in unserem Ratgeber dazu, wann sich Grosseinkauf wirklich lohnt.
Gute gemeinsame Grosseinkäufe für eine Schweizer WG:
- Trockene Grundvorräte: Reis, Teigwaren, Haferflocken, Mehl und Linsen in Grosspackungen bei Aldi, Lidl oder Aligro, nach Gewicht aufgeteilt.
- Koch-Basics: Sonnenblumen- und Olivenöl, Salz, Bouillon, Pelati und Gewürze; ein guter Satz für die ganze WG schlägt vier halb leere Gläser.
- Tiefkühl-Proteine: eine Grosshandels-Schale Poulet, Hackfleisch oder Cervelat, am Einkaufstag in Gefrierbeutel aufgeteilt.
- Reinigung und Papier: keine Lebensmittel, aber dieselbe Logik; Abwaschmittel, Schwämme, Abfallsäcke und WC-Papier sind in Grosspackungen am günstigsten und werden von allen gebraucht.
Den grössten Teil der Ersparnis tragen Eigenmarken und Discounter-Linien. Ein 30-Artikel-Warenkorb kostete 2024 im K-Tipp-Vergleich bei Lidl CHF 162.05 gegenüber CHF 170.37 bei Migros, und über einen vollen 100-Artikel-Einkauf liegen die Discounter rund 12% unter Migros. Über die monatlichen Grundvorräte einer WG ist allein diese Differenz echtes Geld.
Wie viel sollte jeder Mitbewohner in die Kasse zahlen?
Richte den Betrag nach dem, was ihr tatsächlich ausgebt, nicht nach einer Zahl aus dem Nichts. Macht den gemeinsamen Einkauf drei, vier Wochen wie gewohnt, sammelt die Belege und teilt die reale Summe durch die Zahl der Mitbewohner. Die meisten Schweizer WGs, die Grundvorräte und ein paar Abendessen teilen, landen bei CHF 40 bis CHF 80 pro Person und Monat im gemeinsamen Topf, getrennt von dem, was jeder für sein eigenes Essen ausgibt.
Halte das Geld sichtbar. Eine Barkasse auf der Ablage funktioniert, ein gemeinsames digitales Kassenbuch besser: Tricount, Splitwise oder eine geteilte Notiz zeigen allen den Saldo und lassen rechtzeitig nachzahlen, bevor der Topf leer ist. Wer einkauft, erfasst die Belegsumme, und die App hält alle quitt. Überprüft den Betrag einmal pro Semester, denn Preise verschieben sich, und Schweizer Lebensmittel liegen ohnehin rund 61% über dem EU-Durchschnitt, sodass sich eine Kasse, die im September grosszügig wirkte, im Frühling knapp anfühlen kann.
Richtwert: Starte den gemeinsamen Topf mit CHF 50 pro Mitbewohner und Monat für geteilte Grundvorräte, oder CHF 100–120, wenn die WG auch die meisten Abendessen zusammen kocht. Passe nach dem ersten Monat an den realen Belegen an, nicht an Diskussionen.
Wie vermeidet man Streit um den Kühlschrank?
Die meisten WG-Reibereien drehen sich nicht wirklich ums Geld, sondern um den verschwundenen Joghurt und die Resten, die jemand still aufgegessen hat. Ein paar einfache Regeln fangen fast alles ab. Gib jedem Mitbewohner ein angeschriebenes Fach im Kühlschrank und ein angeschriebenes Fach im Schrank, und vereinbart, dass alles auf einem persönlichen Tablar ohne Nachfragen tabu ist. Gemeinsame Sachen stehen auf einem abgemachten Tablar und laufen über die Kasse.
Der Rest ist Pflege. Schreibt gemeinsames Öl, Gewürze und Saucen an, damit niemand raten muss. Macht vor dem grossen Einkauf einen fünfminütigen Kühlschrank-Check (ein Mitbewohner, einmal pro Woche), um alles, was bald schlecht wird, nach vorne zu holen; das ist auch das Wirksamste, was eine WG gegen die rund 119 kg Lebensmittel tun kann, die jeder von uns pro Jahr wegwirft. Führt die gemeinsame Einkaufsliste dort, wo alle sie ergänzen können, damit die einkaufende Person nicht rät, was fehlt. Wer neu in seine erste WG zieht, findet eine ausführlichere Checkliste in unserem Einkaufsguide für Studenten.
Ein faires WG-Einkaufssystem Schritt für Schritt aufsetzen
Du brauchst keine Tabelle und keine wöchentliche WG-Sitzung. Sechs Schritte bringen ein faires System an einem Nachmittag zum Laufen:
- Klärt, was geteilt wird. Entscheidet gemeinsam, welche Kategorien gemeinsam sind (meist Grundvorräte, Reinigung und eine feste Zahl gemeinsamer Abendessen) und welche privat bleiben.
- Wählt ein System aus der Tabelle oben. Eine gemeinsame Kasse für Grundvorräte plus eine Beleg-Splitting-App für den Rest passt den meisten WGs.
- Legt die Startkasse fest. CHF 50 pro Person für Grundvorräte sind ein sicherer Anfang; passt nach vier Wochen realer Belege an.
- Wählt eure Werkzeuge. Eine gemeinsame Liste, die alle bearbeiten können, eine Kassenbuch-App fürs Geld, je ein angeschriebenes Fach im Kühlschrank.
- Bestimmt einen Einkäufer oder rotiert. Entweder erledigt eine Person den Haupteinkauf und wird rückerstattet, oder ihr wechselt euch ab und lasst die App den Saldo ausgleichen.
- Überprüft monatlich. Fünf Minuten mit den Belegen, ob die Kasse noch zur Realität passt, dann weiter.
Genau dafür ist eine gemeinsame Liste gemacht. Einis Algorithmus verwandelt die abgemachten Mahlzeiten der WG in eine Einkaufsliste mit aktuellen Preisen von Coop, Migros, Lidl, Aldi, Denner und Aligro, sodass die Person, die den Kürzeren zieht, genau weiss, was zu kaufen ist und was es kosten sollte.
Häufig gestellte Fragen
Wie teilen Mitbewohner die Lebensmittelkosten fair auf?
Wählt ein klares System und haltet es fest. Am fairsten sind eine gemeinsame Kasse, in die alle einen festen Betrag einzahlen, oder eine Beleg-Splitting-App wie Tricount oder Splitwise, in der jeder erfasst, was er kauft, und die WG monatlich abrechnet. Fairness entsteht dadurch, dass alle die Regeln vorab vereinbaren, nicht durch die Methode selbst.
Spart gemeinsames Einkaufen wirklich Geld?
Ja. Grundvorräte in grösseren Packungen kaufen, gemeinsam kochen und weniger wegwerfen senkt die Lebensmittelrechnung einer vierköpfigen WG typischerweise um CHF 200–350 pro Monat gegenüber getrenntem Einkaufen. Je grösser die WG und je öfter zusammen gekocht wird, desto mehr spart jeder.
Was sollte eine WG in Grossmengen kaufen?
Trockene Grundvorräte wie Reis, Teigwaren, Haferflocken und Mehl, Koch-Basics wie Öl, Salz, Pelati und Gewürze, am Einkaufstag aufgeteilte Tiefkühl-Proteine sowie Non-Food wie Reinigungsmittel und WC-Papier. Grosseinkauf lohnt nur, wenn die Packung aufgebraucht wird, bevor sie schlecht wird, was eine WG mit vier oder fünf Personen meist schafft.
Wie vermeide ich Kühlschrank-Streit?
Gib jedem Mitbewohner ein angeschriebenes Fach, halte gemeinsame Sachen auf einem abgemachten, aus der Kasse bezahlten Tablar und schreibe gemeinsames Öl und Saucen an. Ein kurzer wöchentlicher Kühlschrank-Check vor dem Einkauf räumt alles weg, was bald schlecht wird, und verhindert die meisten Streitereien, bevor sie entstehen.
Kann Eini eine Liste mit Mitbewohnern teilen?
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