Bei einem Bruttolohn von CHF 100'000 zahlt eine alleinstehende Person in der Schweiz rund 11% Einkommenssteuer in Zug und rund 22% in Genf. Bund, Kanton und Gemeinde zusammengerechnet. Das sind rund CHF 10'400 Unterschied pro Jahr bei identischem Lohn, bevor irgendetwas anderes an den beiden Orten mitgerechnet ist.

In Franken: rund CHF 11'400 pro Jahr in Zug gegenüber rund CHF 21'800 in Genf. Das sind unsere eigenen Richtwerte für eine alleinstehende Person in einer durchschnittlichen Gemeinde, keine publizierte Statistik. Der Rest dieses Artikels erklärt, warum die kleinere Steuerrechnung nicht automatisch das günstigere Leben bedeutet.

Welcher Kanton hat die tiefsten Einkommenssteuern

Zug, mit rund 11,4% auf CHF 100'000 in unserem Modell. Appenzell Innerrhoden (12,4%), Nidwalden (12,8%), Obwalden (13,6%) und Schwyz (13,8%) folgen dicht dahinter. Am anderen Ende stehen Genf (21,8%), Waadt (21,6%), Basel-Stadt, Jura und Neuenburg (21,4%) sowie Bern (20,4%). Die grossen Ballungsräume liegen dazwischen: Zürich und St. Gallen bei 17,2%, Aargau bei 16,8%, Tessin bei 19,0%.

Drei Ebenen ergeben diese Zahl. Die direkte Bundessteuer steht in einem einzigen Bundesgesetz und gilt in jedem Kanton gleich. Der Kanton besteuert dasselbe Einkommen nach seinem eigenen Tarif. Die Gemeinde legt eine dritte Ebene obendrauf. Nur die erste Ebene ist überall identisch — deshalb kann sich die Gesamtrechnung zwischen der günstigsten und der teuersten Adresse fast verdoppeln.

Das sind unsere eigenen Richtwerte, keine amtliche Statistik. Sie gehen von einer alleinstehenden Person ohne Kinder und ohne aussergewöhnliche Abzüge in einer durchschnittlichen Gemeinde des jeweiligen Kantons aus.

Was der Unterschied bei CHF 100'000 konkret kostet

Die Steuer ist nur die halbe Rechnung, denn die zweite obligatorische Ausgabe taucht auf keiner Lohnabrechnung auf. Jede erwachsene Person zahlt ihre Krankenkassenprämie selbst — und die Prämien sind ungefähr in denselben Kantonen tief, in denen auch die Steuern tief sind. Zusammengerechnet wird der jährliche Unterschied zwischen den Kantonen grösser, nicht kleiner.

KantonEffektive Steuerbelastung auf CHF 100'000Krankenkassenprämie pro MonatSteuern + Prämie ggü. Zug, pro Jahr
Zug11,4%CHF 348
Nidwalden12,8%CHF 338+ CHF 1'280
Schwyz13,8%CHF 352+ CHF 2'448
Luzern15,6%CHF 367+ CHF 4'428
Aargau16,8%CHF 384+ CHF 5'832
St. Gallen17,2%CHF 375+ CHF 6'124
Zürich17,2%CHF 396+ CHF 6'376
Tessin19,0%CHF 402+ CHF 8'248
Bern20,4%CHF 396+ CHF 9'576
Basel-Stadt21,4%CHF 421+ CHF 10'876
Waadt21,6%CHF 421+ CHF 11'076
Genf21,8%CHF 453+ CHF 11'660
Unsere eigenen Richtwerte für eine alleinstehende Person in einer durchschnittlichen Gemeinde — Planungswerte, keine publizierte Statistik. Die Steuer umfasst Bund, Kanton und Gemeinde auf CHF 100'000 brutto; die Prämie ist ein Richtwert für die Grundversicherung Erwachsener und ändert sich mit Franchise, Versicherungsmodell und Prämienregion. Für Ihren eigenen Fall nutzen Sie den Steuerrechner der Eidgenössischen Steuerverwaltung.

Die letzte Spalte ist die ehrliche Schlagzeile. Wer dieselben CHF 100'000 verdient, gibt in Genf rund CHF 11'700 pro Jahr mehr ab als in Zug, sobald Steuern und Prämie zusammengezählt werden — knapp anderthalb Bruttomonatslöhne, für dieselbe Arbeit.

Warum der günstigste Steuerkanton nicht der günstigste Wohnort ist

Die Miete bewegt sich in dieselbe Richtung wie die Steuerersparnis — nur schneller. Eine 3,5-Zimmer-Wohnung kostet in unseren Richtwerten rund CHF 2'400 pro Monat in Zug und rund CHF 1'600 in St. Gallen. Das sind CHF 9'600 Unterschied pro Jahr gegen einen Steuervorteil von CHF 5'800.

Rechnen Sie alle drei Pflichtkosten für eine alleinstehende Person mit CHF 100'000 zusammen:

  • Zug: CHF 11'400 Steuern + CHF 28'800 Miete + CHF 4'176 Prämie = CHF 44'376
  • St. Gallen: CHF 17'200 Steuern + CHF 19'200 Miete + CHF 4'500 Prämie = CHF 40'900
  • Schwyz: CHF 13'800 Steuern + CHF 20'400 Miete + CHF 4'224 Prämie = CHF 38'424

St. Gallen liegt rund CHF 3'500 pro Jahr vor Zug — und verlangt dabei 5,8 Prozentpunkte mehr Steuern. Schwyz liegt fast CHF 6'000 vorne. Die Rangliste nach Steuern und die Rangliste nach Gesamtkosten sind schlicht nicht dieselbe Liste.

Dieselbe Korrektur gilt in der Westschweiz. Genf kommt mit CHF 21'800 Steuern, CHF 31'200 Miete und CHF 5'436 Prämie auf CHF 58'436 pro Jahr. Lausanne, in einem fast gleich hoch besteuerten Kanton, kommt auf CHF 51'852 — rund CHF 6'600 weniger, fast ausschliesslich wegen der Miete. Wenn Genf Ihr Wohnort ist, deckt unser Genfer Lebensmittelbudget die Essensseite derselben Rechnung ab.

Faustregel: ein Prozentpunkt Steuern auf CHF 100'000 sind CHF 1'000 pro Jahr. CHF 100 Miete pro Monat sind CHF 1'200 pro Jahr. Die Miete ist die schneller bewegliche Zahl — ein Kantonsvergleich allein über Steuersätze führt Sie häufiger in die falsche als in die richtige Richtung.

Die Lebensmittel bilden eine dritte, kleinere Ebene. Ein durchschnittlicher Schweizer Haushalt gibt rund CHF 636 pro Monat für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke aus, und auch das ist nicht überall gleich — siehe wo Lebensmittel in der Schweiz am günstigsten sind.

Warum die Gemeinde so wichtig ist wie der Kanton

Kantonszahlen sind Durchschnitte, und niemand wohnt im Durchschnitt. Ihre Kantonssteuer wird auf einer einfachen Steuer berechnet, die der Kanton mit seinem eigenen Steuerfuss multipliziert. Die Gemeinde legt auf dieselbe Grundlage ihren eigenen Steuerfuss. Zwei Orte zwanzig Minuten auseinander, gleicher Kanton, gleicher Lohn, gleiche Abzüge — und trotzdem unterschiedliche Rechnungen. In den meisten Kantonen kommt zusätzlich eine Kirchensteuer dazu, wenn Sie einer anerkannten Landeskirche angehören.

Deshalb ist die einzige Zahl, auf die sich ein Entscheid stützen lässt, die Zahl für Ihre tatsächliche Adresse. Der Steuerrechner der Eidgenössischen Steuerverwaltung nimmt Kanton, Gemeinde, Zivilstand, Kinder und Einkommen und gibt die Aufteilung auf Bund, Kanton und Gemeinde für genau diese Kombination zurück. Das dauert rund zwei Minuten und ersetzt jeden Kantonsdurchschnitt, den Sie irgendwo lesen — unseren eingeschlossen.

Bei der Miete ist es innerhalb eines Kantons genauso. In unseren Richtwerten kostet eine 3,5-Zimmer-Wohnung rund CHF 2'800 pro Monat in der Stadt Zürich und rund CHF 1'800 in Winterthur: gleicher Kanton, gleiche 17,2%, CHF 12'000 Unterschied pro Jahr. Das ist mehr als der gesamte Steuerunterschied zwischen Zürich und Zug. Wenn Sie ohnehin in Zürich bleiben, setzt unser Guide zu den günstigsten Supermärkten in Zürich bei dem Teil des Budgets an, den Sie noch bewegen können.

Was vor der Steuer bereits vom Lohn abgeht

Für die meisten Personen mit Schweizer Wohnsitz wird die Einkommenssteuer nicht an der Quelle abgezogen. Sie wird später in Rechnung gestellt und aus Geld bezahlt, von dem die Sozialabzüge bereits weg sind. Vom Bruttolohn, als Arbeitnehmeranteil:

  • AHV/IV/EO: 5,3% vom Bruttolohn, ohne Obergrenze.
  • ALV, Arbeitslosenversicherung: 1,1%, auf Lohn bis CHF 148'200.
  • Nichtberufsunfallversicherung (NBU): typischerweise rund 1,3%, vom Arbeitgeber festgelegt.
  • BVG, berufliche Vorsorge: berechnet auf dem koordinierten Lohn — brutto abzüglich Koordinationsabzug — zu einem Arbeitnehmersatz, der mit dem Alter steigt und in den mittleren Altersstufen typischerweise bei rund 7–8% liegt.

Die Krankenkasse ist der Posten, der Neuzuziehende überrascht, denn sie wird überhaupt nicht vom Lohn abgezogen. Jede erwachsene Person erhält ihre eigene Rechnung, weshalb die CHF 338 bis CHF 453 pro Monat aus der Tabelle oben auf keiner Lohnabrechnung erscheinen. Übers Jahr sind das CHF 4'056 bis CHF 5'436 aus dem Nettoeinkommen. Die Grundversicherung ist dabei von Gesetzes wegen bei jedem Versicherer identisch — unterschiedlich sind nur Preis und Service. Der Prämienvergleich des Bundesamtes für Gesundheit (Priminfo) listet alle Prämien für Ihre Adresse auf.

Zwei Stellschrauben bewegen diese Prämie. Die Franchise, wählbar zwischen CHF 300, 500, 1'000, 1'500, 2'000 und 2'500 — höhere Franchise, tiefere Prämie, mehr selbst getragenes Risiko. Und das Modell: Standard bedeutet freie Arztwahl, während Hausarzt-, HMO- und Telmed-Modelle einen Teil dieser Wahlfreiheit gegen einen tieferen Preis eintauschen. Über der Franchise zahlen Sie 10% Selbstbehalt, bei Erwachsenen gedeckelt auf CHF 700 pro Jahr.

Frist, die zählt: Für einen Wechsel der Krankenkasse auf den 1. Januar muss die schriftliche Kündigung bis Ende November bei Ihrem bisherigen Versicherer eintreffen. Am 30. November aufgegeben und im Dezember zugestellt ist zu spät — dann bleiben Sie ein weiteres volles Jahr.

Wie Sie Ihre eigene Zahl in zehn Minuten berechnen

  1. Beginnen Sie beim Brutto, nicht beim Netto. Kantone besteuern das steuerbare Einkommen, und jeder Kanton definiert die Abzüge etwas anders. Eine Nettozahl aus einem Kanton sagt über einen anderen nichts aus.
  2. Rechnen Sie mit der Gemeinde, nicht mit dem Kanton. Geben Sie den Ort ein, an dem Sie tatsächlich wohnen würden, mit Zivilstand und Kinderzahl. Der Gemeindesteuerfuss leistet hier echte Arbeit.
  3. Schlagen Sie die Prämie für diese Postleitzahl nach. Prämienregionen liegen innerhalb der Kantone, zwei Adressen im selben Kanton können unterschiedlich abgerechnet werden.
  4. Rechnen Sie zwölf Monatsmieten dazu. Nicht den Kantonsdurchschnitt, sondern die Angebotsmiete für die Wohnungsgrösse, die Sie brauchen, im Quartier, das Sie akzeptieren würden.
  5. Rechnen Sie den Arbeitsweg dazu. Ein Monatsabo für den lokalen Verkehr kostet in unseren Richtwerten rund CHF 120 in Zürich und rund CHF 85 in St. Gallen — eine günstige Wohnung eine Stunde ausserhalb gibt die Ersparnis leise wieder zurück.
  6. Vergleichen Sie Summen, nie Sätze. Steuern plus Miete plus Prämie, pro Jahr, pro Kanton. Diese eine Zahl entscheidet, wo Sie besser fahren.

Dies sind allgemeine Informationen darüber, wie das Schweizer System funktioniert, keine individuelle Beratung — Ihr Kanton, Ihre Gemeinde und Ihre Situation verändern die Zahlen.

Was Eini dafür baut

Das Steuermodul ist Phase 3 der Eini-Roadmap und wird derzeit gebaut. Es wird Ihr Bruttoeinkommen, Ihren Kanton und Ihre genaue Gemeinde, Ihren Zivilstand und Ihre Kinder aufnehmen und eine Steueranalyse mit konkreten Optimierungsvorschlägen zurückgeben. Ein zweiter Modus wird Ihre tatsächlichen Ausgaben nach Kategorie lesen und die Abzüge markieren, die Sie darauf geltend machen können. Ein ehrlicher Kantonsvergleich braucht Steuern, Miete und Prämie in einer Ansicht — genau dort kommen das Wohnmodul in Phase 4 und das Versicherungsmodul in Phase 5 dazu. Live sind heute Lebensmittel und Mahlzeitenplanung.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Kanton hat die tiefsten Steuern in der Schweiz

Zug. In unseren eigenen Richtwerten zahlt eine alleinstehende Person mit CHF 100'000 dort rund 11,4%, in Genf rund 21,8%. Appenzell Innerrhoden, Nidwalden, Obwalden und Schwyz folgen dicht dahinter. Das sind Planungswerte und keine publizierte Statistik — prüfen Sie Ihren Fall mit dem Steuerrechner der Eidgenössischen Steuerverwaltung.

Wie viel Steuern zahlt man bei CHF 100'000 Lohn in der Schweiz

Rund CHF 11'400 bis CHF 21'800 pro Jahr für eine alleinstehende Person, je nach Kanton und Gemeinde, in unserem Modell. Die direkte Bundessteuer ist überall gleich; die gesamte Spanne entsteht auf Kantons- und Gemeindeebene. Kinder, Zivilstand und Abzüge verschieben die Zahl weiter, in beide Richtungen.

Lohnt sich ein Umzug in einen steuergünstigen Kanton

Nur wenn Miete und Krankenkassenprämie die Ersparnis nicht auffressen. In unseren Richtwerten beträgt der Steuervorteil von Zug gegenüber St. Gallen CHF 5'800 pro Jahr bei CHF 100'000, während die Mietdifferenz für eine 3,5-Zimmer-Wohnung rund CHF 9'600 pro Jahr in die andere Richtung läuft. Steuern, Miete und Prämie zusammengerechnet liegt St. Gallen vorne.

Warum zahlen zwei Orte im selben Kanton unterschiedlich viel Steuern

Weil jede Gemeinde ihren eigenen Steuerfuss auf die kantonale Grundlage legt. Die direkte Bundessteuer ist in der ganzen Schweiz gleich, der Kanton wendet seinen eigenen Tarif an, und die Gemeinde legt einen weiteren Steuerfuss obendrauf. Ein Kantonsdurchschnitt ist deshalb nur ein Ausgangspunkt, nie Ihre Rechnung.

Hilft Eini bei den Schweizer Steuern

Ein Steuermodul wird als Phase 3 der Eini-Roadmap gebaut. Es wird Bruttoeinkommen, Kanton, genaue Gemeinde, Zivilstand und Kinder aufnehmen und eine Steueranalyse mit Optimierungsvorschlägen erstellen, dazu einen zweiten Modus, der die Ausgaben nach Kategorie liest und abzugsfähige Posten markiert. Verfügbar ist es noch nicht. Live sind in der App heute Lebensmittel und Mahlzeitenplanung.

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