Damit der Kassenwechsel per 1. Januar gilt, muss deine schriftliche Kündigung bis Ende November bei der Krankenkasse eintreffen — ankommen, nicht abschicken. Die Grundversicherung ist bei jeder Kasse gesetzlich identisch, du kaufst also ausschliesslich Preis und Service. Das ist der eine Jahresentscheid mit harter Frist und einer Ersparnis, die sich jedes Jahr wiederholen lässt.
Und die Ersparnis ist keine Kleinigkeit. Unsere eigenen Richtwerte setzen die Monatsprämie für Erwachsene bei rund CHF 338 in Nidwalden und Obwalden an, in Genf dagegen bei rund CHF 453 — rund CHF 1'380 Unterschied pro Jahr für gesetzlich identische Leistungen.
Wann genau muss die Kündigung eintreffen
Die Kasse muss dein Kündigungsschreiben bis Ende November in den Händen halten. Am 30. abschicken zählt nicht: Massgebend ist das Eintreffdatum, deshalb verschickt man die Kündigung üblicherweise eingeschrieben. Eine rechtzeitig eingetroffene Kündigung wirkt auf den 1. Januar.
Der Kalender wiederholt sich jedes Jahr. Die Prämien für das kommende Jahr werden im Herbst veröffentlicht, danach bleiben rund zwei Monate zum Vergleichen, Entscheiden und Verschicken. Verpasst du dieses Fenster, bleibst du zwölf weitere Monate bei deiner Kasse, deinem Modell und deiner Franchise.
Der Punkt, an dem die meisten scheitern: Das ist eine Eintreffensfrist, keine Poststempelfrist. Schick den Brief spätestens in der dritten Novemberwoche eingeschrieben ab und behalte die Quittung.
Für die Grundversicherung gibt es keine Gesundheitsprüfung: Jede Kasse muss jede Person aufnehmen, unabhängig von Alter und Krankengeschichte. Kündige trotzdem erst, wenn die neue Kasse den Versicherungsschutz schriftlich bestätigt hat. Die Grundversicherung ist obligatorisch, und eine Lücke zwischen zwei Policen ist ein Problem, das du dir nicht schaffen willst.
Warum die Leistungen überall dieselben sind
Die Grundversicherung (KVG) ist im Bundesrecht definiert. Der Katalog der übernommenen Behandlungen, die Medikamentenliste und die Spitalregeln sind dieselben, ob du CHF 338 oder CHF 453 im Monat zahlst. Keine Kasse darf eine Leistung dazupacken oder eine weglassen, um günstiger zu wirken.
Was unterscheidet sich dann? Zuerst der Preis. Danach der Service: wie schnell Rechnungen zurückvergütet werden, ob das Kundenportal funktioniert, und welche alternativen Modelle die Kasse an deinem Wohnort überhaupt anbietet. Mehr bleibt nicht zu gewichten, sobald die Prämie auf dem Tisch liegt.
Was die vier Modelle wirklich von dir verlangen
Jede Kasse verkauft dieselbe Grundversicherung über bis zu vier Modellfamilien, und jede tauscht ein Stück Wahlfreiheit gegen eine tiefere Prämie. Der Rabatt lohnt sich nur, wenn du das, was er verlangt, auch wirklich tust.
Standard heisst: jede Praxis in der Schweiz, ohne Vorbedingung. Hausarzt heisst: Du meldest eine Praxis an und gehst immer zuerst dorthin; Überweisungen kommen von ihr. HMO heisst: Du schreibst dich bei einer bestimmten Gruppenpraxis oder einem Gesundheitszentrum ein und beginnst dort jede Behandlung. Telmed heisst: Du rufst vor jeder Behandlung die medizinische Hotline der Kasse an und folgst ihrer Auskunft.
| Modell | So funktioniert es im Alltag | Darauf verzichtest du | Typischer Prämieneffekt | Passt zu |
|---|---|---|---|---|
| Standard | Jede zugelassene Ärztin, jeder zugelassene Arzt in der Schweiz. Keine Erstkontaktregel, kein Anruf vor dem Termin. | Auf nichts. Das ist das volle Wahlfreiheitsmodell. | Referenzprämie, kein Rabatt. | Wer bereits mehrere Spezialistinnen konsultiert oder Wahlfreiheit über die Ersparnis stellt. |
| Hausarzt | Du meldest eine Hausarztpraxis an und gehst immer zuerst dorthin. Sie überweist dich weiter. | Auf den direkten Weg zur Spezialistin — es braucht zuerst die Überweisung. | Rund 8–12% unter der Standardprämie. | Haushalte, die ohnehin eine Hausarztpraxis haben und nutzen. |
| HMO | Du schreibst dich bei einer bestimmten Gruppenpraxis oder einem Gesundheitszentrum ein und beginnst dort jede Behandlung. | Auf die freie Praxiswahl, und du bist an einen Standort gebunden. | Rund 12–18% unter der Standardprämie. | Städtische Haushalte in der Nähe eines HMO-Zentrums. |
| Telmed | Du rufst vor der Behandlung die medizinische Hotline an und folgst ihrer Anweisung. Notfälle und einzelne Routinekontrollen sind meist ausgenommen; die Ausnahmen stehen im Vertrag. | Darauf, von dir aus direkt zur Ärztin zu gehen. | Rund 12–20% unter der Standardprämie. | Wer selten zum Arzt geht und mit einer Telefontriage leben kann. |
Lies den Vertrag, bevor du den grössten Rabatt nimmst. Bei Telmed musst du zuerst anrufen, bei HMO und Hausarzt zuerst am richtigen Ort erscheinen. Wer diesen Schritt überspringt, riskiert, dass die Kasse die Kostenübernahme ablehnt oder ihn auf die nächste Prämienperiode ins Standardmodell zurückstuft.
Als Faustregel: Wähle das Modell, das zu deinem tatsächlichen Verhalten passt. Wer noch nie vor einem Arzttermin eine Hotline angerufen hat, bricht den Telmed-Rabatt innerhalb des Jahres.
Wie stark verändert dein Kanton die Prämie
Stark — und du kannst es dir nicht aussuchen. Die Prämie folgt deinem Wohnkanton und in grösseren Kantonen deiner Prämienregion. Eine Nidwaldner Prämie lässt sich in Genf nicht kaufen.
Unsere eigenen Richtwerte für die Monatsprämie Erwachsener reichen von rund CHF 338 in Nidwalden und Obwalden über CHF 396 in Zürich, Bern und im Wallis bis zu CHF 421 in Basel-Stadt und in der Waadt, CHF 428 in Neuenburg und rund CHF 453 in Genf. Vom günstigsten bis zum teuersten Kanton sind das rund CHF 115 im Monat — knapp CHF 1'380 im Jahr — für dasselbe gesetzliche Produkt.
Daraus folgt zweierlei. Die Prämie wird pro erwachsene Person erhoben, nicht pro Haushalt: Ein Genfer Paar trägt rund CHF 2'760 pro Jahr mehr als ein Paar in Nidwalden. Und wer über einen Umzug nachdenkt, rechnet die Prämie in dieselbe Spalte wie Miete und Steuerfuss — so wie die Preisunterschiede bei Lebensmitteln zwischen den Kantonen ins Monatsbudget gehören.
Wie Franchise und Selbstbehalt zusammenspielen
Erwachsene wählen eine Franchise von CHF 300, 500, 1'000, 1'500, 2'000 oder 2'500. Bis zu diesem Betrag zahlst du die übernommenen Kosten selbst. Darüber kommen 10% Selbstbehalt auf das, was die Versicherung übernimmt — gedeckelt bei CHF 700 pro Jahr für Erwachsene.
Zusammengerechnet hat dein schlimmstes Jahr eine Obergrenze. Mit der Mindestfranchise: CHF 300 + CHF 700 = CHF 1'000 an Behandlungskosten zusätzlich zur Prämie. Mit der Höchstfranchise: CHF 2'500 + CHF 700 = CHF 3'200. Zwischen beiden Decken liegen CHF 2'200 — und genau diese Zahl hältst du gegen den Prämienrabatt, den die höhere Franchise bringt.
Als Rechenbeispiel: Angenommen, die höhere Franchise senkt deine Prämie um CHF 120 im Monat. Dann sparst du CHF 1'440 im Jahr und setzt dich höchstens CHF 2'200 zusätzlichen Kosten aus. Ob sich das lohnt, hängt allein davon ab, welche Behandlungen du erwartest. Das sind allgemeine Informationen dazu, wie das Schweizer System funktioniert, keine individuelle Beratung — Kanton, Gemeinde und deine Situation verändern die Zahlen.
Was du vor dem Kündigungsschreiben prüfen musst
Der teure Fehler ist, die Zusatzversicherung versehentlich mitzukündigen. Zusatzversicherungen (VVG) — halbprivat oder privat, Zahn, Komplementärmedizin, Reise — sind ein eigener Vertrag mit eigener Kündigungsfrist, oft drei Monate auf Jahresende und teilweise länger. Und es ist der eine Teil der Krankenversicherung, in dem eine Kasse Nein sagen darf: Anträge werden mit einer Gesundheitsprüfung geprüft, bestehende Leiden können ausgeschlossen oder mit einem Zuschlag belegt werden.
Nie beide Kündigungen in denselben Umschlag. Kündige die Grundversicherung, lass den Zusatzvertrag stehen und wechsle ihn erst, wenn eine neue Kasse dich schriftlich aufgenommen hat. Wer den Zusatz mit fünfzig aufgibt, bekommt ihn womöglich nie zurück.
Danach arbeitest du die Reihenfolge ab. Das kostet einen Abend pro Jahr — das jährliche Gegenstück zur monatlichen Einkaufsanalyse, die das Essensbudget ehrlich hält.
- Öffne den Prämienbrief aus dem Herbst. Er nennt die Prämie des kommenden Jahres für dein aktuelles Modell und deine Franchise. Das ist deine Ausgangslage.
- Vergleiche, bevor du etwas entscheidest. Gib Kanton, Jahrgang, Franchise und Modell im offiziellen Priminfo-Vergleich ein und lies die ganze Liste.
- Leg zuerst Franchise und Modell fest. Sie bewegen die Prämie stärker als die Wahl der Kasse, und sie sind die Hebel, die du selbst in der Hand hast.
- Beantrage die neue Police und warte auf die schriftliche Bestätigung, dass der Schutz am 1. Januar beginnt.
- Verschicke die Kündigung eingeschrieben, damit sie deutlich vor Ende November eintrifft. Quittung aufbewahren.
- Lass Zusatzversicherungen unangetastet, solange du ihre Frist nicht separat geprüft und Ersatz gesichert hast.
- Trag den nächsten Termin gleich ein: Erinnerung Anfang Oktober, wenn die Prämien kommen, und harter Stichtag Mitte November.
Eine Stunde dafür bringt mehr als fast jede andere Haushaltsersparnis — deutlich mehr als die paar Franken im Monat, die Cashback-Apps zurückgeben, und es kostet dich einen Brief.
Was Eini für Versicherungen baut
Versicherungen sind Phase 5 der Eini-Roadmap; das Modul entsteht gerade und ist noch nicht verfügbar. Es wird Prämien für deinen Kanton, dein Alter, deine Franchise und dein Modell vergleichen und jede Police mit Verlängerungsdatum und Kündigungsfrist hinterlegen. Ein Dashboard zeigt die gesamten Versicherungsausgaben, warnt vor jeder Frist und markiert Deckungslücken. Ein Franchise-Rechner gibt die günstigste Stufe für die erwarteten Gesundheitskosten zurück. Live ist heute nur Phase 1: Lebensmittel und Menüplanung.
Häufig gestellte Fragen
Bis wann muss ich die Krankenkasse kündigen?
Die schriftliche Kündigung muss bis Ende November bei der Kasse eintreffen, damit der Wechsel auf den 1. Januar wirkt. Massgebend ist das Eintreffdatum, nicht der Poststempel — schick sie deshalb rechtzeitig und eingeschrieben.
Ist die Grundversicherung bei jeder Kasse gleich?
Ja. Übernommene Behandlungen, Medikamentenliste und Spitalregeln der Grundversicherung (KVG) sind im Bundesrecht festgelegt und überall identisch. Unterschiedlich sind nur Prämie, Service und die angebotenen alternativen Modelle.
Welches Krankenkassenmodell ist am günstigsten?
Telmed und HMO haben meist den grössten Rabatt, das Hausarztmodell einen kleineren, das Standardmodell keinen. Das auf dem Papier günstigste Modell ist aber nur dann günstig, wenn du seine Regel einhältst — zuerst die Hotline anrufen oder immer in der eingeschriebenen Praxis beginnen.
Kann ich die Zusatzversicherung gleichzeitig kündigen?
Behandle das als zwei getrennte Entscheide. Die Zusatzversicherung ist ein eigener Vertrag mit eigener, oft längerer Frist, und eine neue Kasse darf dich ablehnen oder bestehende Leiden ausschliessen. Wechsle sie erst, wenn der Ersatz schriftlich bestätigt ist.
Vergleicht Eini Krankenkassen?
Noch nicht. Versicherungen sind Phase 5 der Eini-Roadmap. Das Modul, das gerade entsteht, wird Prämien nach Kanton, Alter, Franchise und Modell vergleichen, deine Policen mit ihren Kündigungsfristen speichern, vor jeder Frist warnen und die günstigste Franchise für deine erwarteten Gesundheitskosten berechnen. Live ist heute Phase 1: Lebensmittel und Menüplanung.
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