Das günstigste Sommergetränk der Schweiz ist Leitungswasser, und nichts kommt auch nur in die Nähe. Ein Liter aus dem Hahn kostet rund CHF 0.002, etwa 500-mal weniger als Flaschenwasser. Eine Zitronenscheibe, ein paar Gurkenstreifen oder ein Zweig Minze dazu, und dasselbe Wasser wird für ein paar Rappen pro Liter zum Aromagetränk.

Die Ersparnis ist alles andere als klein. Ein Zweipersonenhaushalt, der über die heissen Monate Eistee und aromatisiertes Vitaminwasser aus der Flasche trinkt, kommt locker auf 60–70 Liter im Monat zu CHF 1.50–2.50 pro Liter. Stellt man das Meiste auf Leitungswasser-Getränke um, zahlt man unter CHF 20 statt weit über CHF 100, eine Sommerersparnis von CHF 250–300 über Juni, Juli und August, bevor sonst etwas im Einkaufswagen geändert wurde.

Warum ist Trinken aus der Flasche in der Schweiz so teuer?

Die Schweiz hat einige der höchsten Lebensmittelpreise Europas. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke liegen rund 61% über dem EU-Durchschnitt, und bei abgepackten Getränken ist der Aufschlag am sichtbarsten. Du zahlst für die Flasche, für den Transport schwerer Flüssigkeit quer durchs Land, für die Marke und den gekühlten Regalplatz, nicht für das Wasser darin.

Ein Schweizer Durchschnittshaushalt gibt laut Bundesamt für Statistik bereits rund CHF 636 pro Monat für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke aus. Getränke sind darin ein weiches Ziel: Anders als bei Brot oder Milch ist das meiste, was man für ein aromatisiertes Flaschengetränk zahlt, Verpackung und Marge, und fast alles lässt sich zuhause für Rappen nachbauen.

Die Falle ist die Einzelflasche. Ein halber Liter Eistee vom Kiosk oder aus dem Kühlregal kostet CHF 2.00 oder mehr, das sind CHF 4 pro Liter. Dasselbe Getränk zuhause aufgebrüht landet bei etwa CHF 0.20 pro Liter. Um genau diese Lücke geht es hier.

Was kostet jedes Getränk wirklich pro Liter?

Die Rechnung pro Liter ist der ehrliche Weg, Getränke zu vergleichen, weil die Flaschengrössen genau darauf ausgelegt sind, sie zu verschleiern. So stehen die gängigen Sommeroptionen da: typische Schweizer Regalpreise gegen das hausgemachte Pendant.

GetränkTypischer Flaschenpreis / LiterDIY-Kosten / LiterWas die DIY-Version ist
Stilles WasserCHF 0.50–1.00 (Marken-PET)~CHF 0.002Kaltes Leitungswasser
Mit KohlensäureCHF 0.45–0.90~CHF 0.25Leitungswasser plus nachfüllbarer Wassersprudler
EisteeCHF 1.20–4.00~CHF 0.20Aufgebrühter Tee mit wenig Zucker oder Sirup
Frucht- oder VitaminwasserCHF 2.00–3.50~CHF 0.25Mit Obst und Kräutern aromatisiertes Leitungswasser
Sport- oder IsogetränkCHF 3.50–5.00~CHF 0.20Wasser, Salz, Zucker und Zitrone
EiskaffeeCHF 3.00–5.00~CHF 0.60Selbst gebrühter Kaffee, Milch und Eis
Richtwerte: Schweizer Ladenpreise gegen hausgemachte Kosten pro Liter, beobachtet über die letzten Saisons inklusive 2026. Flaschenpreise variieren je nach Marke, Format und Aktion.

Kaffee ist die eine Zeile, bei der die DIY-Kosten höher liegen als beim Rest, aber selbst dort ist zuhause gemachter Eiskaffee nur ein Bruchteil des Café-Preises.

Eine einfache Faustregel: Kostet ein gekühltes Getränk mehr als CHF 1 pro Liter und du könntest es zuhause aus Wasser, Tee oder Kaffee machen, zahlst du mindestens das Fünffache. Ein Zwei-Liter-Krug im Kühlschrank kippt die Rechnung dauerhaft zu deinen Gunsten.

Wie macht man Aromawasser, das nach etwas schmeckt?

Reines Leitungswasser ist günstig, aber fad, und genau deshalb greifen viele zur Flasche. Aromawasser löst das Geschmacksproblem für fast nichts. Die Methode ist simpel: Krug mit kaltem Leitungswasser füllen, etwas Aromatisches dazugeben und ein paar Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

Kombinationen, die mit günstiger Ware aus dem Schweizer Supermarkt funktionieren, gerade im Hochsommer, wenn Zitronen, Gurken und Beeren am tiefsten stehen:

  • Zitrone und Minze: der Klassiker. Eine Zitrone und ein paar Zweige Minze aromatisieren einen Zwei-Liter-Krug für rund CHF 0.60.
  • Gurke und ein Spritzer Limette: klar und kaum süss; eine halbe Schweizer Gurke reicht locker zum Juli-Tiefpreis.
  • Beeren und Basilikum: nimm leicht weiche Erdbeeren oder den Rest einer Schale, eine gute Art, Obst vor dem Wegwerfen zu retten.
  • Apfel und Zimt: die günstige Spätsaison-Variante, sobald das Steinobst vorbei ist.

Ein Stück Obst oder eine kleine Handvoll Kräuter pro Liter ist das richtige Verhältnis. Es ist für sich noch kein Znüni, aber es macht aus Wasser etwas, das die Kinder tatsächlich trinken, und darum geht es.

Sind selbstgemachte Sportgetränke wirklich günstiger, und wirken sie?

Isogetränke sind die überteuertste Kategorie von allen: CHF 3.50–5.00 pro Liter für im Grunde Zucker, Salz und Aroma in Wasser. An einem heissen Nachmittag in der Badi oder nach dem Joggen macht die hausgemachte Version denselben Job für rund CHF 0.20 pro Liter.

Das Rezept ist alt und gut verstanden: Auf einen Liter Wasser kommen etwa ein gestrichener Teelöffel Zucker oder ein Löffel Honig, eine Prise Salz (etwa ein Viertel Teelöffel) und der Saft einer halben Zitrone. Das liefert die Kohlenhydrate und das Natrium eines Isogetränks, zu einem Bruchteil der Kosten und ohne Flasche. Zum normalen Trinken brauchst du nichts davon, Wasser genügt, aber für echten Sport in der Hitze ist es eine reale, günstige Alternative.

Faustregel für Elektrolyte: etwa 30–60 g Zucker und eine Prise Salz pro Liter sind der isotonische Bereich. Mehr Zucker, und du hast ein Süssgetränk gemacht, kein Sportgetränk.

Kann man Schweizer Leitungswasser direkt aus dem Krug trinken?

Ja, und genau das würde die Flaschenwasser-Industrie dich am liebsten vergessen lassen. Schweizer Leitungswasser wird mindestens so streng kontrolliert wie Flaschenwasser, stammt grösstenteils aus Quellen und Grundwasser und schmeckt in weiten Teilen des Landes direkt ab dem kalten Hahn sauber. Kurz kalt laufen lassen und einen abgedeckten Krug im Kühlschrank halten ist die ganze nötige Aufbereitung.

Der Preisunterschied ist fast schon komisch. Bei rund CHF 0.002 pro Liter aus dem Hahn gegen CHF 0.50–1.00 für stilles Flaschenwasser reden wir von einem mehrhundertfachen Aufschlag für Wasser, das wenn schon strenger überwacht ist. Den ganzen Vergleich haben wir im Ratgeber Leitungswasser gegen Flaschenwasser in der Schweiz gemacht, und der Hahn gewinnt auf fast jeder Achse ausser der Kohlensäure, und selbst die ist günstig, sobald du einen nachfüllbaren Sprudler hast.

Eine Fünf-Schritte-Sommerroutine für Getränke, die sich selbst bezahlt

Nichts davon funktioniert, wenn der Krug leer bleibt und die Flasche einfacher ist. Die Gewohnheit spart das Geld. Fünf Schritte machen den Umstieg dauerhaft:

  1. Zwei Krüge im Wechsel halten. Einer kühlt, einer ist in Gebrauch. Ein Getränk schlägt die Flasche nur, wenn es schon kalt ist, wenn du Durst hast.
  2. Einmal pro Woche eine Ladung Eistee aufbrühen. Ein paar Teebeutel, ein Liter heisses Wasser, dann abkühlen, verdünnen, kühlen. Unser Ratgeber zu Eistee und Sirup selbst gemacht macht daraus einen Nachmittag, der den Kühlschrank für Tage füllt.
  3. Heute für morgen aromatisieren. Obstscheiben und Kräuter brauchen ein paar Stunden, bau den Krug also am Abend, dann ist er am Morgen bereit.
  4. Unterwegs nachfüllen. Nimm eine Flasche mit und fülle sie am Hahn. Die Schweiz ist voller Trinkbrunnen, und eine nachgefüllte Flasche ist eine Flasche, die du nicht gekauft hast.
  5. Flaschen nur in der Aktion kaufen, für die Ausnahmen. Sprudelwasser für Gäste, die gelegentliche Harasse: zum Aktionspreis, nie zum Vollpreis.

Wie viel spart ein Haushalt über den Sommer?

Legt man die Liter-Lücken über eine Saison zusammen, sind die Zahlen real. Ein grobes Modell für eine vierköpfige Familie über die drei Sommermonate:

  • Eistee und Aromawasser: rund 40 Liter im Monat, umgestellt von CHF 1.80 auf CHF 0.20 pro Liter, spart etwa CHF 64 im Monat.
  • Stilles und kohlensäurehaltiges Wasser: rund 30 Liter im Monat von CHF 0.70 auf fast null, plus Sprudler-Nachfüllung, spart etwa CHF 18 im Monat.
  • Das gelegentliche Sportgetränk oder der Eiskaffee, zuhause statt aus der Flasche, spart etwa CHF 15 im Monat.

Das liegt in der Grössenordnung von CHF 90–100 pro Monat oder CHF 270–300 über Juni bis August, für einen Haushalt, der genau gleich viel weitertrinkt. Es ist einer der schmerzlosesten Einschnitte der ganzen Lebensmittelrechnung, weil niemand weniger trinken muss, sondern nur anders. Zusammen mit Ladenwahl, saisonalem Einkauf und weniger Foodwaste werden Getränke zu einem stillen, dauerhaften Posten in den CHF 200–350, die eine Familie im Monat sparen kann.

Häufig gestellte Fragen

Ist Leitungswasser in der Schweiz sicher und günstig?

Ja. Schweizer Leitungswasser gehört zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln des Landes und kostet rund CHF 0.002 pro Liter, etwa 500-mal weniger als Flaschenwasser. Zum täglichen Trinken gewinnt der Hahn bei Preis und Qualität fast überall in der Schweiz.

Wie macht man Aromawasser?

Fülle einen Krug mit kaltem Leitungswasser, gib Zitronenscheiben, Gurke, eine Handvoll Beeren oder ein paar Minzblätter dazu und kühle das Ganze zwei bis vier Stunden. Etwa ein Stück Obst oder eine kleine Handvoll Kräuter pro Liter reicht, und im Kühlschrank hält es rund einen Tag.

Sind selbstgemachte Sportgetränke günstiger?

Deutlich günstiger. Ein isotonisches Flaschengetränk kostet CHF 3.50–5.00 pro Liter. Die hausgemachte Version kostet rund CHF 0.20 pro Liter: Leitungswasser, eine Prise Salz, ein Löffel Zucker oder Honig und etwas Zitronensaft liefern dieselbe Zucker-Natrium-Mischung.

Was ist das günstigste Sommergetränk?

Leitungswasser, mit grossem Abstand, für rund CHF 0.002 pro Liter. Mit Obst oder Kräutern aromatisiert bleibt es unter CHF 0.30 pro Liter und damit immer noch ein Bruchteil jedes Eistees, Aromawassers oder Süssgetränks im Regal.

Verfolgt Eini Getränke-Aktionen?

Ja. Einis Algorithmus verfolgt Aktionen bei Mineralwasser, Eistee, Kaffee und Sirup über Coop, Migros, Lidl, Aldi, Denner und Aligro. Wenn du also doch zur Flasche greifst, erwischst du sie zum Aktionspreis statt zum Vollpreis.

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