Fleisch gehört in der Schweiz zu den teuersten Lebensmittelkategorien. Hühnerbrust kann im Supermarkt doppelt so viel kosten wie jenseits der Grenze – doch auch zwischen Schweizer Detailhändlern sind die Unterschiede erheblich. Je nach Fleischstück und Einkaufsort lassen sich CHF 3–8 pro Kilogramm sparen, ohne auf Qualität verzichten zu müssen.

Was kosten Fleisch und Geflügel in Schweizer Supermärkten wirklich?

Die Preisunterschiede zwischen Coop, Migros, Lidl, Aldi und Denner sind grösser, als viele Einkäuferinnen und Einkäufer vermuten. Laut Comparis-Daten und Regalbefragungen Anfang 2026 kann die Spanne bei 500 g Hühnerbrust bis zu CHF 4 betragen. Bei Rindfleisch fällt der Unterschied noch deutlicher aus.

Die folgende Tabelle zeigt typische Regalpreise vom Frühjahr 2026 ohne Aktionspreise, die wöchentlich wechseln. Alle Angaben in CHF pro Kilogramm.

Ungefähre Fleischpreise im Schweizer Detailhandel, Frühjahr 2026 (CHF/kg)
Fleischstück Coop Migros Denner Lidl Aldi
Hühnerbrust (CH)~CHF 22~CHF 21~CHF 17~CHF 16~CHF 16
Pouletschenkel~CHF 12~CHF 11~CHF 9~CHF 8~CHF 8
Schweinshals~CHF 17~CHF 16~CHF 13~CHF 12~CHF 12
Rinds-Entrecôte~CHF 58~CHF 55~CHF 46~CHF 44~CHF 44
Hackfleisch Rind (500 g)~CHF 7.50~CHF 7.20~CHF 5.80~CHF 5.50~CHF 5.50
Kalbsschnitzel~CHF 52~CHF 50~CHF 43~CHF 41

Diese Zahlen sind Schätzungen basierend auf öffentlich einsehbaren Regalpreisen; die Preise in Ihrer Filiale können abweichen. M-Budget (Migros) und Prix Garantie (Coop) können diese Werte um weitere CHF 1–3/kg unterbieten.

Bei welchen Discountern ist Fleisch in der Schweiz am günstigsten?

Lidl und Aldi unterbieten Coop und Migros bei Geflügel und Schweinefleisch regelmässig um 20–30%. Denner liegt dazwischen – preislich näher an Lidl, aber mit einem Filialnetz, das viele kleinere Ortschaften abdeckt. Eine Familie, die wöchentlich 1 kg Hühnerbrust kauft, spart durch den Wechsel von Coop zu Lidl rund CHF 300 pro Jahr.

Einschränkung: Lidl und Aldi führen ein schlankeres Sortiment, und Schweizer Rindfleisch ausserhalb von Aktionswochen ist dort selten. Wer auf Schweizer Herkunft Wert legt – oft aus Tierschutzgründen – findet bei Denner zuverlässiger deklariertes Inlandsfleisch. Unsere ausführliche Discounter-Analyse geht auf weitere Details ein.

Faustregel: Für Geflügel und Schweinefleisch gewinnen Lidl und Aldi beim Preis. Für Schweizer Rindfleisch im Budgetbereich ist Denner die verlässliche Wahl.

Ist der Metzger wirklich immer teurer als der Supermarkt?

Nicht bei jedem Stück. Traditionelle Metzgereien verlangen für Premium-Cuts wie Entrecôte oder Kalbsrack in der Regel CHF 5–15/kg mehr. Bei weniger gefragten Stücken wie Rindsbäckchen, Ossobuco oder selbst hergestelltem Hackfleisch liegen sie aber manchmal im gleichen Rahmen wie der Supermarkt, weil die Ware verkauft werden muss.

Metzger bieten ausserdem Stücke, die im Supermarkt schlicht nicht erhältlich sind: ganze Siedfleischstücke, Markknochen oder Poulets von alten Rassen. Für ein Abendessen mit Zürcher Geschnetzeltem rechtfertigt die Qualität den Aufpreis. Für das wöchentliche Bolognese-Hackfleisch gewinnt der Supermarkt.

Aligro und Prodega – die grossen Schweizer Cash-and-Carry-Ketten – sind eine weitere Option für grössere Haushalte oder wer eine Gewerbeberechtigung hat. Die Preise liegen oft 10–15% unter dem Detailhandel, mit professionellem Zuschnitt.

Welche Fleischstücke sind in der Schweiz am günstigsten pro Portion?

Gemessen am Preis pro Portion schlagen manche Stücke ihr Preisschild weit. Pouletschenkel liefern mehr Geschmack als Brust – zu ungefähr dem halben Preis. Schweinschulter (Schulterspitz) für CHF 12–16/kg ergibt einen saftigen Braten für sechs Personen für unter CHF 25.

Bei Rindfleisch gibt man schnell zu viel aus. Gemäss neueren Schätzungen des Bundesamts für Statistik (BFS) konsumieren Schweizerinnen und Schweizer durchschnittlich rund 25 kg Fleisch pro Person und Jahr, wobei Rind einen nennenswerten Anteil ausmacht. Wer ein wöchentliches Entrecôte (ca. CHF 14 pro Portion) durch einen Schmorguss (Hohrücken, CHF 5–7 pro Portion) ersetzt, spürt das über das Jahr deutlich im Budget.

  • Günstigstes Geflügel: ganzes Poulet oder Schenkel – günstiger pro kg, aromatischer
  • Günstigstes Schwein: Schulter, Hals oder Bauch – alles unter CHF 17/kg selbst bei Coop
  • Günstigstes Rind: Hackfleisch, Siedfleisch oder Beinscheibe für Schmorgerichte
  • Für Budgetgerichte meiden: Kalbfleisch, Hohrücken und marinierte Grillpäckchen (Sie bezahlen die Vorbereitung mit)

Lohnen sich Cumulus und Supercard-Punkte wirklich beim Fleischkauf?

Cumulus (Migros) und Supercard (Coop) geben rund 1% des Einkaufsbetrags als Punkte zurück – bei Aktionen mehr. Bei einem wöchentlichen Fleischeinkauf von CHF 40 sind das CHF 0.40/Woche, also rund CHF 20 pro Jahr. Nützlich, aber kein Gamechanger.

Relevanter werden die Programme bei persönlichen Gutscheinen. Coops Supercard-Angebote umfassen regelmässig 20–30% Rabatt auf bestimmte Fleischkategorien. Migros zieht mit Cumulus-Megawochen nach. Wer konsequent bei einem Händler einkauft und diese Angebote aktiviert, kommt leicht auf CHF 50–100 Ersparnis pro Jahr allein beim Fleisch.

Lidl Plus und die Aldi-App bieten Sofortrabatte statt eines Punktesystems – für viele Einkäufer einfacher. Bei beworbenen Aktionswochen sind CHF 2–4 Rabatt auf ausgewählte Packungen keine Seltenheit.

Wie die Eigenmarken-Tiers der verschiedenen Händler abschneiden, zeigt unser Eigenmarken-Vergleich – ideal als Ergänzung zu Loyalty-Rabatten.

Was ist mit Bio- und Tierwohl-Fleisch in der Schweiz?

Naturaplan (Coop Bio) und Migros Bio kosten CHF 5–15/kg mehr als konventionelle Ware. Naturaplan-Hühnerbrust liegt typischerweise bei CHF 32–36/kg – rund 60% mehr als Standard. Das Schweizer Tierwohl-Label (RAUS/BTS) ist eine Zwischenstufe bei Coop und Migros: Tiere mit Auslauf, konventionell betrieben, Aufpreis von rund 10–15%.

Wer nur bei ausgewählten Produkten auf Bio setzt, kauft Poulet-Bio sinnvoll (geringer Fettanteil, der Aufpreis pro Portion ist kleiner) und bleibt bei konventionellem Hackfleisch oder Schwein für stark gewürzte Gerichte. Unser Naturaplan vs. Migros Bio-Vergleich geht tiefer ins Detail.

Häufige Fragen zu Fleischpreisen in der Schweiz

Wo ist Hühnerbrust in der Schweiz am günstigsten?

Lidl und Aldi bieten die tiefsten Regalpreise für Hühnerbrust, typischerweise rund CHF 16/kg für Schweizer Ware. Denner kommt nahe dran und hat eine breitere Abdeckung in kleineren Orten. Bei wöchentlichen Aktionen von Coop oder Migros können die Preise vorübergehend auf ähnliche Niveaus fallen.

Warum ist Schweizer Rindfleisch so teuer?

Die hohen Produktionskosten in der Schweiz – Futter, Löhne, Boden und strenge Tierschutzvorgaben – liegen weit über dem europäischen Durchschnitt. Zusätzlich schützen Importzölle den inländischen Markt. Das Resultat: Selbst einfaches Entrecôte kostet beim Discounter CHF 40–50/kg.

Lohnt es sich, bei Aligro oder Prodega einzukaufen, wenn man kein Gewerbe hat?

Aligro und Prodega sind grundsätzlich für Gewerbebetriebe gedacht, aber die Zulassungsregeln sind je nach Standort unterschiedlich streng. Wer Zugang hat, zahlt bei grossen Packungen von Geflügel, Hackfleisch und Schwein oft 10–15% weniger als im Detailhandel. Die Mindestmengen machen es vor allem für grosse Haushalte oder mit Gefrierfach sinnvoll.

Macht der Wochentag einen Unterschied beim Fleischkauf?

Aktionen bei Coop und Migros laufen in der Regel Donnerstag bis Mittwoch. Rote Preisschilder auf frischem Fleisch kurz vor dem Haltbarkeitsdatum gibt es am häufigsten spätnachmittags an Wochentagen und am Samstagnachmittag. Mit etwas Timing lässt sich ohne Planung bares Geld sparen.

Hilft die Eini App beim Finden der besten Fleischangebote?

Ja – Einis Einkaufs-Hub lädt aktuelle Angebote der grossen Schweizer Händler und unser Algorithmus gleicht Aktionen mit Ihrem Wochenmenüplan ab. Statt jeden Flyer einzeln zu prüfen, sehen Sie auf einen Blick, wann sich ein Vorrat an Geflügel oder Schwein lohnt.

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