In einer Stunde kommen Gäste? Lass den Kiosk an der Tankstelle und den Pronto oder Migrolino an der Ecke links liegen, wo dieselbe Flasche schnell ein Drittel mehr kostet. Geh stattdessen zum Coop oder zur Migros im Bahnhof, abends und sonntags offen zu normalen Regalpreisen, und stell eine kurze Apéro-Liste ohne Kochen zusammen.

Allein diese Wahl, Bahnhof-Supermarkt statt Tankstellen-Kiosk, spart bei einem Apéro für sechs bis acht Personen meist CHF 20 bis 40, noch bevor du zu einer günstigeren Marke greifst oder einen einzigen Reduziert-Kleber entdeckt hast.

Wo kann man in der Schweiz wirklich last minute einkaufen?

Die Schweiz hat strenge Ladenöffnungsgesetze, «last minute» heisst also vor allem: wissen, welche Läden überhaupt offen sein dürfen. Es gibt drei Stufen, und der Preisunterschied dazwischen ist gross.

Supermärkte in Bahnhöfen und Flughäfen sind der Idealfall. Die Coop- und Migros-Filialen in grösseren Bahnhöfen, von Zürich HB über Bern, Basel SBB, Luzern und Lausanne bis Genève-Cornavin, haben bis 21 oder 22 Uhr an sieben Tagen die Woche offen und verlangen dieselben Regalpreise wie jede andere Filiale. Ist ein Bahnhof in Reichweite, ist das fast immer die richtige Antwort.

Tankstellen- und Kioskshops, Coop Pronto, Migrolino, avec und k kiosk, öffnen noch später, manche rund um die Uhr, und sind der Rückfall am Sonntagabend in einer kleinen Gemeinde. Der Haken ist der Aufpreis, und genau darum geht es im nächsten Abschnitt.

Discounter und normale Filialen, Aldi, Lidl, Denner und der gewöhnliche Coop oder die Migros an der Strasse, sind mit Abstand am günstigsten, schliessen aber früh, werktags oft um 19 oder 20 Uhr und samstags früher, und bleiben sonntags zu. Erwischst du einen vor Ladenschluss, gewinnst du beim Preis. Vor allem Denner hat in vielen Orten länger offen als die beiden Grossen.

Wie viel mehr verlangen Kioske und Tankstellen wirklich?

Der Convenience-Aufpreis ist real und happig. Kioske an Tankstellen und Bahnhöfen kalkulieren für die eilige Laufkundschaft, dieselben Produkte tragen also einen Aufschlag, der meist zwischen 30 und 60 Prozent liegt und bei einzelnen Grundnahrungsmitteln über 70 Prozent klettert. Die Tabelle vergleicht typische Last-Minute-Partyartikel in beiden Welten.

ArtikelKiosk (Pronto, Migrolino, Tankstelle)Supermarkt (Coop, Migros, Discounter)Typischer Aufpreis
Süssgetränk, 1,5-L-FlascheCHF 3.30CHF 2.20+50%
Bier, 6 × 33 clCHF 12.50CHF 8.00+55%
Chips, 175 gCHF 4.50CHF 3.20+40%
Apéro-Nüsse oder Knabbermix, 200 gCHF 4.20CHF 2.80+50%
Partybrot oder BaguetteCHF 3.20CHF 1.80+78%
Trockenfleisch aufgeschnitten, 150 gCHF 6.50CHF 4.50+44%
Sack Eis, 2 kgCHF 5.00CHF 3.20+56%
Richtwerte für vergleichbare Artikel an Schweizer Tankstellen- und Bahnhofskiosken gegenüber Supermärkten, beobachtet über die jüngsten Einkäufe 2026. Die genauen Preise variieren je nach Standort, Marke und Aktion.

Pack einen vollen Einkauf, zwei Harassen Getränke, Chips, Nüsse, Brot, etwas Trockenfleisch und einen Sack Eis, und die Kioskversion kostet rund CHF 25 bis 40 mehr als derselbe Korb im Bahnhof-Coop. Unsere komplette Aufschlüsselung des Convenience-Aufpreises geht Artikel für Artikel durch. Es summiert sich: Ein Schweizer Haushalt gibt laut Bundesamt für Statistik ohnehin schon rund CHF 636 pro Monat für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke aus, und wer regelmässig in Panik zu Kioskpreisen einkauft, treibt diese Zahl leise nach oben.

Welche Läden haben abends oder sonntags offen?

Als Faustregel schliessen normale Supermärkte werktags um 19 oder 20 Uhr und samstags um 17 oder 18 Uhr, und fast keiner öffnet sonntags. Die gesetzlichen Ausnahmen sind das, worauf du dich bei einer spontanen Party verlässt.

  • Bahnhoffilialen von Coop und Migros: lange offen und auch sonntags, zu regulären Preisen. Deine beste Sonntagsoption.
  • Flughafenshops in Zürich, Genf und Basel: ähnliche Öffnungszeiten, ebenso normale Supermarktpreise.
  • Tankstellenshops (Coop Pronto, Migrolino, avec): abends, sonntags, teils rund um die Uhr, zum oben gezeigten Aufpreis.
  • Denner und viele Discounter haben werktags etwas länger offen als die grossen Supermärkte, praktisch für den Feierabend-Sprint am Freitag.

Kurze Regel: Ist Sonntag oder nach 20 Uhr, steuere zuerst den nächsten Bahnhof-Supermarkt an und behandle den Tankstellen-Kiosk als letzte Option. Der Umweg zum Bahnhof kostet meist weniger als der Kiosk-Aufpreis auf einen vollen Korb.

Das Zehn-Minuten-Apéro, das ohne Kochen auskommt

Tempo entsteht, wenn du ein Apéro riche kaufst, einen Tisch mit teilbaren Häppchen ohne Kochen, statt eine warme Mahlzeit zusammenzubauen. Es skaliert sauber von sechs auf zwölf Gäste, und jeder Posten ist ein Griff aus ein, zwei Regalen.

  • Brot und Cracker: ein paar Baguettes oder ein Pain paillasse, dazu eine Schachtel Cracker.
  • Käse: einer hart (Gruyère oder Sbrinz) und einer weich (Brie oder ein Tomme), etwa 60 bis 80 g pro Person.
  • Trockenfleisch: aufgeschnittenes Trockenfleisch, ein, zwei Cervelats, eine Schale Oliven.
  • Etwas Frisches: Cherrytomaten, Trauben, Gurkensticks, ein Becher Hummus.
  • Salziges: Chips mit Dip, Nüsse oder ein Apéro-Mix.
  • Getränke: Mineralwasser mit und ohne Kohlensäure, eine Harasse Bier, ein, zwei Flaschen Wein, eine alkoholfreie Option.

Nichts davon braucht einen Ofen, und das meiste hält sich, falls etwas übrig bleibt. Eine ausführlichere Version mit Kosten pro Kopf findest du in unserem Ratgeber zum Apéro mit kleinem Budget.

Zielwert: Ein grosszügiges Apéro liegt zu Supermarktpreisen bei etwa CHF 8 bis 12 pro Kopf. Landet dein Last-Minute-Korb deutlich darüber, zahlst du fast sicher einen Convenience-Aufpreis, statt mehr Leute zu verpflegen.

Dein Last-Minute-Einkauf, Schritt für Schritt

Wenn die Gäste schon unterwegs sind, hält ein bisschen Ordnung die Rechnung tief und verhindert den zweiten Weg wegen vergessener Ware, der immer am teuersten ist.

  1. Köpfe zählen und eine Zahl festlegen. Sechs Personen, rund CHF 60; ein Dutzend, rund CHF 100. Wer das Budget zuerst setzt, bremst den schleichenden Einkaufswagen.
  2. Den günstigsten noch offenen Laden wählen. Discounter oder normale Filiale, wenn etwas offen ist, Bahnhof-Supermarkt sonst, Kiosk nur als echte letzte Option.
  3. Die Apéro-Liste kaufen, nicht die Gelüste. Halte dich an die sechs Kategorien oben und lass alles weg, was Kochen oder Zusammenbauen braucht.
  4. Getränke harassenweise kaufen, nie die Einzelflasche. Der Literpreis-Abstand zwischen Harasse und Einzeldosen ist genau dort, wo Last-Minute-Budgets leise ausbluten.
  5. Im Vorbeigehen aufs Reduziert-Regal schauen. Spät am Tag tragen Brot, Käse und Trockenfleisch oft Reduziert-Kleber, ideal fürs Apéro heute Abend.

Was du weglässt, und wo die Abend-Schnäppchen stecken

Ein paar Posten tragen den schlimmsten Last-Minute-Aufpreis und sind am leichtesten zu vermeiden. Einzelflaschen und -dosen statt einer Harasse. Vorgeschnittene, fertig angerichtete Platten statt eines Stück Käses und einer Packung Aufschnitt, die du selbst auffächerst. Kiosk-Eis statt eines Sacks aus dem Tiefkühlregal. Jede Abkürzung kostet einen Franken oder drei.

Die Kehrseite: Spät einkaufen kann aktiv Geld sparen. Die Frischeabteilungen reduzieren Ware, die sie nicht über Nacht halten können, die Reduziert-Kleber tauchen also in der letzten Stunde vor Ladenschluss auf, genau dann, wenn der Last-Minute-Einkäufer ohnehin im Laden ist. Unser Beitrag zum richtigen Timing der Reduziert-Kleber zeigt, wann welche Kette reduziert, so wird aus einem ungeplanten Partyeinkauf das günstigste Brot und der günstigste Käse der Woche.

Faustregel: Jeder Artikel, den du als Einzelportion oder fertige Platte kaufst, kostet rund 30 bis 50 Prozent mehr als die Selbermach-Variante. Über einen ganzen Partykorb ist das der Unterschied zwischen CHF 60 und CHF 90.

Häufig gestellte Fragen

Wo kann man in der Schweiz last minute einkaufen?

Die Filialen von Coop und Migros in Bahnhöfen und Flughäfen haben am längsten offen, oft bis 21 oder 22 Uhr und auch sonntags, zu normalen Supermarktpreisen. Tankstellenshops wie Coop Pronto, Migrolino und avec öffnen noch später, verlangen aber einen Aufpreis. Ein Discounter oder eine normale Filiale, kurz vor Ladenschluss erwischt, ist am günstigsten.

Wie viel mehr verlangen Kioske und Tankstellenshops?

Meist 30 bis 60 Prozent mehr als der Supermarkt für denselben Artikel, bei Grundnahrungsmitteln wie Brot oder einer einzelnen Wasserflasche auch über 70 Prozent. Ein 1,5-Liter-Süssgetränk oder eine Tüte Chips, die im Supermarkt rund CHF 2 bis 3 kostet, liegt am Kiosk oder an der Tankstelle oft bei CHF 3.50 bis 4.50.

Was ist ein schnelles Party-Sortiment zum Kaufen?

Ein Apéro riche aus teilbaren Häppchen ohne Kochen: Brot und Cracker, ein harter und ein weicher Käse, Trockenfleisch und Oliven, etwas Frisches wie Cherrytomaten und Trauben, Chips mit Dip und Getränke. Es braucht keine Küche und lässt sich leicht von sechs auf zwölf Gäste skalieren.

Welche Läden haben abends oder sonntags offen?

In den meisten Kantonen schliessen normale Supermärkte werktags um 19 oder 20 Uhr und bleiben sonntags zu. Die Ausnahmen sind Filialen in Bahnhöfen und Flughäfen sowie Tankstellenshops, die abends und sonntags öffnen dürfen. Der nächste Bahnhof ist die verlässliche Sonntagslösung.

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