Bei zehn alltäglichen Lebensmitteln ist selbst kochen in der Schweiz günstiger als Fertigprodukte – oft um 40–70 %. Doch Zeit ist echtes Geld. Ehrliche Bilanz: Kochen spart Geld, aber einige Convenience-Produkte rechtfertigen ihren Preis, wenn die Woche wirklich hektisch ist.

Lohnt sich Kochen vom Grundzutaten in der Schweiz wirklich?

Ja – und das konsequent. Die Schweiz hat zwar einige der höchsten Lebensmittelpreise Europas, aber Rohzutaten sind deutlich günstiger als verarbeitete Produkte. Laut Bundesamt für Statistik (BFS) geben Schweizer Haushalte geschätzt CHF 900–1'100 pro Person und Jahr für Lebensmittel zuhause aus. Die entscheidende Frage: Wie viel davon fällt auf Convenience-Verpackungen?

Die folgenden Vergleiche basieren auf beobachteten Regalpreisen bei Coop, Migros, Lidl und Aldi in den Jahren 2024–2025. Preise variieren je nach Filiale, Region und Aktion – die Zahlen sind Richtwerte, keine exakten Angaben.

Welche Alltagsprodukte kosten als Fertigware am meisten?

Selbst gemacht vs. Fertigprodukt – Kosten pro Portion, Schweiz (Schätzwerte 2024–2025)
ProduktSelbst gemachtFertigproduktAufpreisKochzeit
Tomatensauce für Pasta (4 Portionen)CHF 0.70CHF 1.80 (Glas)+157%25 Min.
Hummus (200 g)CHF 0.60CHF 2.50 (Coop/Migros)+317%10 Min.
Granola (500 g)CHF 1.20CHF 4.50–6.00+275–400%20 Min.
Gemüsesuppe (4 Portionen)CHF 0.90CHF 2.80 (Karton)+211%30 Min.
Tiefkühlpizza (1 Pizza)CHF 2.00CHF 4.50–7.00+125–250%45 Min.
Salatsauce (250 ml)CHF 0.40CHF 2.20–3.50+450–775%2 Min.
Müsliriegel (6 Stück)CHF 1.50CHF 3.80–5.00+153–233%15 Min.
Hühnerbrühe (1 Liter)CHF 0.50 (aus Karkasse)CHF 1.80–2.50 (Karton)+260–400%5 Min. aktiv
Smoothie (400 ml)CHF 1.00CHF 3.50–4.50 (Flasche)+250–350%3 Min.
Fertiggericht: Nudelauflauf (1 Portion)CHF 1.80CHF 5.50–8.00+206–344%35 Min.

Das grösste Sparpotenzial in kürzester Zeit: Salatsauce. Zwei Minuten mit Öl, Essig und Senf sparen bis zu CHF 3 pro Flasche – und schmecken deutlich besser.

Wann lohnen sich Fertigprodukte wirklich?

Nicht jeder Convenience-Kauf ist eine schlechte Entscheidung. Einige sind tatsächlich konkurrenzfähig, wenn man Energiekosten, Abfall und Zeit einrechnet.

  • Hülsenfrüchte in der Dose (Kichererbsen, Linsen): Getrocknete Hülsenfrüchte sind pro Gramm günstiger, aber die Preisdifferenz schrumpft, wenn man Einweich- und Kochzeit sowie Strom oder Gas einrechnet. M-Budget-Kichererbsen bei Migros für ca. CHF 0.80 (400 g) sind vertretbar.
  • Vorgeschnittenes Gemüse fürs Wok-Gericht: Wenn mit Abzug gekauft (Coop und Migros reduzieren Tagesware am Abend), sinkt der Aufpreis deutlich und man spart Lebensmittelabfälle.
  • Tiefkühlgemüse: Oft auf dem Höhepunkt der Reife eingefroren, laut Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ernährungsphysiologisch vergleichbar mit Frischgemüse – und im Winter oft günstiger.

Mehr dazu: Wie man das ganze Gemüse verwertet und damit den Einkauf weiter streckt.

Wie viel Zeit nimmt Kochen vom Grundzutaten wirklich in Anspruch?

Die verbreitete Sorge – dass Kochen die Abende verschlingt – hält einem Realitätscheck kaum stand, wenn man auf Vorkochen setzt. Die zehn oben genannten Produkte selbst herzustellen dauert rund 3 Stunden gesamt, wenn man das am Sonntag in einer Session erledigt – und deckt die ganze Woche.

Drei Stunden Kochen statt CHF 40–60 Mehrkosten pro Woche für Fertigprodukte ergibt einen impliziten Stundenlohn von CHF 13–20. Das liegt unter dem Mindestlohn in den meisten Kantonen – kochen ist also nur dann eine schlechte Investition, wenn die eigene Zeit extrem knapp oder sehr hoch fakturierbar ist.

foodwaste.ch schätzt, dass Schweizer Haushalte jährlich rund CHF 620 Lebensmittel pro Person wegwerfen. Fertigprodukte mit kürzerer Haltbarkeit tragen überproportional zu dieser Zahl bei – ein weiterer versteckter Convenience-Kostenfaktor.

In welchen Schweizer Filialen sind Grundzutaten am günstigsten?

Zutatenpreise unterscheiden sich je nach Händler erheblich. Für Grundnahrungsmittel wie Dosentomaten, Haferflocken, Olivenöl und Mehl sind Denner, Aldi und Lidl regelmässig 20–35% günstiger als Coop und Migros. Volg und Spar versorgen ländliche Gebiete, aber mit einem Preisaufschlag, der den Heimkoch-Vorteil teilweise aufhebt.

Eigenmarken helfen: M-Budget von Migros und Prix Garantie von Coop bringen Basispreise auf Discounter-Niveau. Wie Eigenmarken im Vergleich abschneiden lohnt sich als eigene Lektüre, wenn man hauptsächlich bei den Grossen einkauft.

Sind Fertigprodukte auch ernährungstechnisch schlechter?

Meistens ja, wenn auch unterschiedlich stark. Fertige Pastasaucen enthalten typischerweise mehr Zucker und Natrium als selbst gemachte. Das BLV empfiehlt, verarbeitete Lebensmittel zu begrenzen – unter anderem wegen verstecktem Salz. Schätzungsweise essen Schweizer Erwachsene täglich rund 9 g Salz, deutlich mehr als die empfohlenen 5 g, wobei Fertigprodukte die Hauptquelle sind.

Auch bei Naturaplan- oder Migros-Bio-Fertiggerichten bedeutet das Bio-Siegel nicht automatisch weniger Natrium oder Zucker – immer das Etikett prüfen.

Häufig gestellte Fragen: Selbst kochen vs. Fertigprodukte in der Schweiz

Ist selbst gekochtes Essen in der Schweiz immer günstiger?

Fast immer – bezogen auf die Portion. Ausnahmen sind Dosengemüse und reduzierte Tagesware. Für Saucen, Suppen, Snacks und Dressings ist selbst gemacht regelmässig 40–300% günstiger.

Wo finde ich die günstigsten Grundzutaten für selbst kochen?

Am besten bei Discountern: Aldi, Lidl und Denner für Basisprodukte. Supercard bei Coop oder Cumulus-Punkte bei Migros nutzen für Produkte, die dort günstiger sind. Einis smarte Preisvergleiche zeigen die besten Angebote der Woche filialübergreifend – kein manuelles Checken mehrerer Apps nötig.

Spart Vorkochen wirklich Zeit, oder ist es nur eine weitere Aufgabe?

Das hängt vom Ansatz ab. Ein grosser Batch Suppe, Sauce und Getreide am Sonntag braucht rund 90 Minuten aktive Kochzeit und deckt 4–5 Wochentage. Im Vergleich zu täglichem Kochen oder täglichen Convenience-Käufen spart das die meisten Zeit und mentale Energie.

Sind Tiefkühl-Fertiggerichte in der Schweiz manchmal sinnvoll?

Gelegentlich. Tiefkühlgemüse ist durchgehend empfehlenswert. Tiefkühl-Fertiggerichte sind meist teuer für das Gebotene – ein Nudelauflauf für CHF 6–8 lässt sich zuhause für unter CHF 2 nachmachen. Ausnahme: stark reduzierte Angebote, bei denen sich Einkäufe lohnen.

Wie beeinflusst Lebensmittelverschwendung die echten Kosten?

Erheblich. Fertigprodukte haben oft kürzere Mindesthaltbarkeitsdaten und kommen in Portionen, die nicht zum Haushalt passen. foodwaste.ch-Daten zeigen: Convenience-Verpackungen sind ein Haupttreiber der jährlichen CHF 2.8 Milliarden Lebensmittelverschwendung in Schweizer Haushalten. Kochen mit ganzen Zutaten – vor allem wenn man Gemüsereste für Brühe nutzt – reduziert den Abfall drastisch.

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