Die kleine graue Zahl unter dem Preis auf dem Schweizer Preisschild — der Grundpreis — zeigt dir genau, was du pro Kilogramm oder Liter bezahlst. Wer diesen Wert zuerst liest, hört auf, Packungsgrössen im Kopf zu vergleichen, und konzentriert sich auf die einzige Zahl, die wirklich zählt.
Was ist der Grundpreis und warum ist er Pflicht?
Das Schweizer Recht verpflichtet Detailhändler, für die meisten Lebensmittel und Haushaltsartikel neben dem Verkaufspreis auch einen Grundpreis anzugeben — in der Regel pro 100 g, pro kg oder pro Liter. Dieser Wert steht in kleiner Schrift, oft grau, direkt auf dem Preisschild unter dem grossen Preis.
In der Praxis schauen die meisten Leute auf den Hauptpreis und ignorieren den Grundpreis. Diese Gewohnheit kostet bares Geld. Ein 450-g-Glas Pastasauce für CHF 2.95 wirkt günstiger als ein 680-g-Glas für CHF 3.90 — bis man den Grundpreis prüft: CHF 6.56/kg gegenüber CHF 5.74/kg. Das grössere Glas ist um fast 15 % günstiger.
Faustregel: Ignoriere den Packungspreis. Lies den Grundpreis. Die kleinere Zahl gewinnt.
Wo finde ich den Grundpreis auf Schweizer Preisschildern?
Alle grossen Schweizer Ketten — Coop, Migros, Lidl, Aldi, Denner, Volg, Spar — müssen ihn anzeigen, aber das Layout variiert:
- Coop und Migros: Der Grundpreis steht in kleinerem Text unter oder neben dem Hauptpreis, meist als «CHF X.XX / kg» oder «CHF X.XX / 100 g».
- Lidl und Aldi: Die Schilder zeigen den Grundpreis oft fast so gross wie den Verkaufspreis — eine der übersichtlichsten Layouts.
- Denner und Volg: Der Grundpreis ist vorhanden, manchmal aber sehr klein gedruckt — im unteren Drittel des Schildes suchen.
- Online-Shops (coop.ch, migros.ch): Der Grundpreis steht direkt neben dem Produktnamen und lässt sich über Filteroptionen sortieren.
Wenn nötig, rechne selbst: Preis durch Gramm teilen, dann mit 1'000 multiplizieren — fertig ist der Kilopreis.
Wie gross ist die Preisdifferenz wirklich? Echte Schweizer Beispiele
Die folgende Tabelle zeigt realistische Regalpreise aus Schweizer Supermärkten, Frühling 2026. Genaue Preise variieren je nach Region und Woche.
| Produkt | Packung A | Grundpreis A | Packung B | Grundpreis B | Ersparnis/kg |
|---|---|---|---|---|---|
| Pasta (Spaghetti) | 500 g – CHF 1.45 | CHF 2.90/kg | 1 kg – CHF 2.20 | CHF 2.20/kg | CHF 0.70 |
| Olivenöl | 500 ml – CHF 5.90 | CHF 11.80/l | 750 ml – CHF 7.50 | CHF 10.00/l | CHF 1.80 |
| Griechischer Joghurt | 150 g – CHF 1.10 | CHF 7.33/kg | 500 g – CHF 2.80 | CHF 5.60/kg | CHF 1.73 |
| Haferflocken | 500 g – CHF 1.95 | CHF 3.90/kg | 1.5 kg – CHF 4.20 | CHF 2.80/kg | CHF 1.10 |
Wer beim wöchentlichen Einkauf bei zehn Grundnahrungsmitteln konsequent den niedrigeren Grundpreis wählt, spart schätzungsweise CHF 5–12 pro Einkauf — rund CHF 250–600 pro Jahr. Comparis weist in seinen Haushaltspreisanalysen regelmässig auf zweistellige prozentuale Unterschiede zwischen vergleichbaren Produkten desselben Herstellers in verschiedenen Packungsgrössen hin.
Wann ist die grössere Packung doch nicht die bessere Wahl?
Der Grundpreis ist ein Werkzeug, keine absolute Regel. Grösser ist nicht immer günstiger — und selbst wenn der Grundpreis niedriger ist, sparst du nur Geld, wenn du das Produkt auch wirklich verbrauchst.
- Aktionen auf kleinere Packungen: Händler machen Aktionen oft auf Standardgrössen, nicht auf die Grosspackung. Die Aktion-Packung kann einen niedrigeren Grundpreis haben als die «Sparpackung». Immer am Aktionstag selbst prüfen.
- Frische Produkte: 1 kg Mozzarella zum günstigen Grundpreis zu kaufen bringt nichts, wenn 400 g davon im Abfall landen. Laut foodwaste.ch wirft der Schweizer Haushalt rund ein Drittel der gekauften Lebensmittel weg — zu einem erheblichen Teil sind das zu grosse Packungen.
- Platzmangel: Grossgebinde Öl oder Waschmittel lohnen sich nur, wenn der Stauraum vorhanden ist.
- Eigenmarken vs. Markenprodukte: M-Budget (Migros) und Prix Garantie (Coop) haben fast immer einen niedrigeren Grundpreis als Markenäquivalente. Bei Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Reis oder Dosentomaten ist der Qualitätsunterschied meist gering. Das Bundesamt für Statistik (BFS) beobachtet seit Jahren ein wachsendes Eigenmarken-Volumen — die Schweizer haben es längst erkannt.
Bei haltbaren Produkten, die du regelmässig verwendest — Pasta, Öl, Konserven, Reinigungsmittel — gilt die Regel: niedrigerer Grundpreis, mehr gespart. Eine strukturierte Einkaufsliste hilft dir zu planen, wie viel du tatsächlich brauchst.
Wie Aktionen den Grundpreis beeinflussen
Schweizer Detailhändler führen wöchentliche Aktionszyklen. Bei Coop und Migros wechseln die Aktionsprodukte typischerweise dienstags oder mittwochs. Während einer Aktion sinkt der Preis, und der Grundpreis passt sich automatisch an — genau dann kann ein normalerweise teureres Produkt plötzlich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Regal haben.
Die Lidl-Plus- und Aldi-Apps zeigen kommende Aktionen an — so lässt sich der Einkauf vorausplanen. Supercard- und Cumulus-Angebote können den effektiven Preis weiter senken, aber der Grundpreis auf dem Schild berücksichtigt keine Kartenrabatte. Das muss man selbst einrechnen.
Das Wichtigste: Der «normale» Grundpreis eines Produkts ist nicht sein einziger Preis. Wer die Aktionszyklen der Schweizer Supermärkte kennt, weiss genau, wann sich Vorratskäufe lohnen.
Tipp: Fotografiere das Preisschild, wenn du bei einer Aktion einen super Grundpreis findest. Beim nächsten Mal weisst du sofort, wann es sich lohnt zu kaufen.
Grundpreise bei Discountern und Grosshändlern
Aldi und Lidl sind bei den meisten Kategorien strukturell günstiger — ihre Grundpreise bei Grundnahrungsmitteln wie Milchprodukten, Pasta und Konserven liegen oft 20–35 % unter Migros oder Coop. Comparis bestätigt diese Spreads in seinen jährlichen Lebensmittelpreisvergleichen. Denner ist besonders stark bei Getränken und Wein.
Für Grosseinkäufe bieten Aligro und Prodega (Cash-and-Carry-Grosshändler, öffentlich zugänglich mit Handelskarte) sehr niedrige Grundpreise auf Grossgebinde — sinnvoll für Familien oder wer vorgekocht auf Vorrat. Prüfe aber immer, ob die Ersparnis pro Einheit die Anfahrt rechtfertigt.
Einkaufen im grenznahen Konstanz oder anderen deutschen Grenzstädten kann noch niedrigere Grundpreise auf deutsche Markenprodukte bieten — allerdings sind Kraftstoff, Zeit und die Freigrenze von CHF 300 einzurechnen. Hier siehst du, was die Zahlen wirklich bedeuten.
Häufige Fragen zum Grundpreis in der Schweiz
Ist der Grundpreis in Schweizer Supermärkten immer angegeben?
Ja, das Schweizer Recht schreibt vor, dass der Grundpreis für die meisten abgepackten Lebensmittel und Haushaltsartikel ausgewiesen werden muss. Ausnahmen gibt es für einige lose Waren, die stückweise verkauft werden (z. B. einzelne Brötchen), aber bei der grossen Mehrheit der Regalprodukte ist er auf dem Preisschild zu finden.
Der Grundpreis ist in CHF pro 100 g angegeben — wie rechne ich auf kg um?
Einfach mit 10 multiplizieren. Steht auf dem Schild CHF 0.58 / 100 g, ist der Kilopreis CHF 5.80. Manche Schilder zeigen bereits den Kilopreis; bei Flüssigkeiten wird oft pro 100 ml angegeben. Wichtig: Immer dieselbe Einheit vergleichen.
Warum ist die kleinere Packung manchmal günstiger pro Kilo?
Aktionen treffen häufig Standardgrössen, nicht die Grosspackung. Überprüfe den Grundpreis jedes Mal neu — geh nicht davon aus, dass die grössere Packung automatisch günstiger ist.
Erkennt Eini die besten Grundpreise automatisch?
Unser Algorithmus gleicht wöchentliche Angebote aus Schweizer Supermärkten ab und hebt die besten Werte im Wochenplan hervor — so siehst du auf einen Blick, was diese Woche im Angebot ist, ohne selbst rechnen zu müssen.
Zeigen Reduktionskleber auch den korrekten Grundpreis?
In den meisten Fällen ja — der Reduktionskleber aktualisiert den Verkaufspreis, und der Grundpreis passt sich an. Aber prüfe es immer, denn manchmal verdeckt der Kleber den ursprünglichen Aufdruck. Wann Reduktionskleber erscheinen, lohnt sich zu wissen.
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