Die Woche vor den Sommerferien ist Hochsaison für Food Waste in der Schweiz. Haushalte werfen regelmässig CHF 30–50 an einwandfreien Lebensmitteln pro Abreise weg — ein halber Liter Milch, ein angebrochenes Joghurt, ein Beutel Salat, ein paar Beeren — nur weil niemand die letzte Woche geplant hat. Ein 7-Tage-Countdown löst das Problem: Ab Tag sieben kaufst du nicht mehr auf Vorrat, planst die Abendessen um das, was schon im Kühlschrank liegt, und frierst ein, was nicht rechtzeitig gegessen wird. Am Abreisemorgen enthält der Kühlschrank kaum mehr als Senf und Butter.
Wie viel werfen Schweizer Haushalte vor der Abreise wirklich weg?
Foodwaste.ch schätzt, dass Schweizer Haushalte rund 100 kg Lebensmittel pro Person und Jahr entsorgen — im Wert von etwa CHF 600 pro Person. Abreisewochen tragen überproportional dazu bei: Frischprodukte, die in den Tagen vor der Reise aus Gewohnheit gekauft werden, werden selten noch gegessen, und kaum etwas übersteht zwei oder drei Wochen in einer warmen Juli-Wohnung.
Der Wiederbeschaffungswert eines entsorgten Kühlschrankfachs summiert sich schneller als gedacht. So viel kostet ein typisches Vor-Ferien-Ausmisten zu Schweizer Preisen 2026:
| Häufig entsorgter Artikel | Migros | Coop | Lidl | Aldi |
|---|---|---|---|---|
| Milch 1 L (Eigenmarke) | CHF 1.65 | CHF 1.60 | CHF 1.29 | CHF 1.25 |
| Butter 250 g | CHF 3.35 | CHF 3.40 | CHF 2.89 | CHF 2.85 |
| Naturejoghurt 500 g | CHF 1.10 | CHF 1.15 | CHF 0.89 | CHF 0.85 |
| Kopfsalat | CHF 1.80 | CHF 1.90 | CHF 1.29 | CHF 1.29 |
| Schweizer Erdbeeren 500 g | CHF 4.50 | CHF 4.60 | CHF 3.99 | CHF 3.95 |
| Halbhartkäse 200 g | CHF 3.60 | CHF 3.70 | CHF 2.79 | CHF 2.75 |
Wer das zweimal pro Sommer macht — einmal vor der grossen Reise, einmal vor einem verlängerten Wochenende — zahlt still und leise eine «Abreise-Steuer» von CHF 60–100 pro Jahr.
Wie sieht der 7-Tage-Countdown konkret aus?
Der Plan rechnet vom Abreisetag rückwärts. Nichts daran ist kompliziert; der ganze Trick besteht darin, Entscheidungen eine Woche früher zu treffen, solange noch Zeit bleibt, die Sachen zu essen.
- Tag 7 — Inventur. Kühlschrank und Tiefkühler öffnen und alles Verderbliche mit einer groben Reihenfolge notieren: Milchprodukte, Fleisch, angebrochene Gläser, Frischgemüse. Zehn Minuten, einmalig.
- Tag 6 — Letzter normaler Einkauf, minimal. Nur kaufen, was fehlt, um vorhandene Vorräte in Mahlzeiten zu verwandeln: eine Zwiebel, eine Packung Teigwaren — nichts, was die Woche überlebt.
- Tage 5–4 — Fleisch und Fisch kochen. Alles Rohe wird jetzt gekocht oder eingefroren. Gekochte Gerichte halten zwei bis drei weitere Tage; rohes Poulet verhandelt nicht.
- Tag 3 — Gemüse-Runde. Alles, was welk wird, landet in einer grossen Pfanne: Frittata, Curry, Minestrone oder Pfannengericht. Vorratsschrank-Rezepte füllen jede Lücke — ohne neuen Einkauf.
- Tag 2 — Milchprodukte einfrieren oder aufbrauchen. Butter, Hartkäse und Brot lassen sich perfekt einfrieren. Milch kann für den Kaffee nach den Ferien eingefroren oder zu Pfannkuchen verarbeitet werden.
- Tag 1 — Resten-Abend. Das klassische Kühlschrank-leer-Essen: alles, was übrig ist, ohne schlechtes Gewissen serviert. Resten-Makeovers machen aus Kleinkram etwas, das man wirklich essen will.
- Abreisetag — Schlusscheck. Nur echte Rüstabfälle entsorgen, Snacks für die Reise mitnehmen, Fächer auswischen, Kühlschrank eine Stufe wärmer stellen.
Was solltest du einfrieren — und was muss zuerst gegessen werden?
Der Tiefkühler ist dein Verbündeter, aber nicht alles gehört hinein. Einfrieren: Brot und Zopf (vorher schneiden), Butter, geriebener Käse oder Käse am Stück, gekochte Reis- und Teigwarengerichte, rohes oder gekochtes Fleisch, Milch, Beeren (zuerst auf einem Blech vorfrieren), Pesto und frische Kräuter in Öl. Tiefkühltaugliche Gerichte, die du in der Countdown-Woche kochst, sind gleichzeitig deine ersten Abendessen nach der Rückkehr — kein müder Notfall-Einkauf.
Zuerst essen, nie einfrieren: Salatblätter, Gurke, ganze Tomaten, rahmbasierte Saucen, angebrochener Weichkäse und aufgeschnittene Melone. Sie halten Tage, keine Wochen — und eine warme Sommerküche verkürzt selbst das noch. Richtige Lagerung bei Hitze zählt genau in dieser Woche am meisten.
Milch in Halbliter-Portionen einfrieren, nicht literweise. Ein halber Liter taut über Nacht im Kühlschrank auf und reicht für den Kaffee und das Birchermüesli am ersten Morgen nach der Rückkehr — ohne dass etwas verdirbt.
Was tun mit den angebrochenen Kleinigkeiten?
Jeder Kühlschrank hat sie: ein Drittel Glas Pesto, zwei Eier, eine halbe Zucchetti, der Rest Crème fraîche. Einzeln wirken sie wertlos; zusammen sind sie ein Abendessen. Drei zuverlässige Kombinationen:
- Frittata-Logik: Eier plus beliebiges Gemüse plus beliebiger Käse, 20 Minuten, eine Pfanne. Funktioniert für 90% aller Kühlschrankreste.
- Pasta-Logik: Pesto, Rahm, Crème fraîche oder ein Stück Butter mit Knoblauch verwandelt Gemüsereste in eine Sauce. Dazu die halbe Packung Teigwaren aus dem Schrank.
- Wrap-Logik: Tortillas halten wochenlang; alles Pikante darin eingerollt wird zum Zmittag.
Angebrochene Gläser mit langer Haltbarkeit — Senf, Cornichons, Konfitüre, Sojasauce — bleiben stehen. Sie warten geduldig auf dich.
Wie kaufst du in der letzten Woche vor der Abreise ein?
Die Regel ist einfach: klein kaufen, gezielt kaufen, nichts kaufen, was die Reise überlebt. Das ist die eine Woche, in der der kleine Denner, der Volg oder der Coop Pronto am Bahnhof den grossen Wocheneinkauf schlägt — weil du nur drei oder vier Artikel brauchst, um bestehende Mahlzeiten zu vervollständigen.
Genau hier zahlt sich Einis Algorithmus in umgekehrter Richtung aus. Statt den Mahlzeitenplan aus den Aktionen der Woche bei Coop, Migros, Lidl, Aldi, Denner und Aligro zu bauen, baust du ihn aus deinem Kühlschrank — und prüfst die echten Preise nur für die zwei, drei Lückenartikel, die du wirklich brauchst. Die automatische Einkaufsliste bleibt bewusst kurz. Lade Eini herunter und lass den Plan laufen, während du packst.
Setz dir die Erinnerung «letzter Einkauf» sechs Tage vor der Abreise in den Kalender, nicht einen. Der teuerste Fehler ist der volle, gewohnheitsmässige Samstagseinkauf drei Tage vor der Abreise.
Und was passiert mit dem Kühlschrank während der Ferien?
Ein leererer Kühlschrank ist ein günstigerer Kühlschrank. Wenn nur noch Saucen und Senf drin sind, kannst du die Temperatur ein bis zwei Stufen wärmer stellen (5–7 °C statt 3–4 °C) und über zwei, drei Wochen etwas Strom sparen. Ist der Kühlschrank wirklich leer, schalten manche Haushalte ihn ganz aus — aber nur mit offen fixierter Tür, sonst empfängt dich nach der Rückkehr ein Biologie-Experiment.
Eine kleine offene Schachtel Natron im Fach hält ihn frisch. Und kleb dir einen Zettel an die Tür für die Rückkehr: «Milch, Brot, Butter, Eier» — die vier Dinge, die du am ersten Abend wirklich brauchst. Alles andere kann auf einen richtigen, geplanten Einkauf warten, sobald die Ferienwäsche läuft.
Häufige Fragen
Wie lange vor den Ferien sollte ich mit dem Einkaufen aufhören?
Den letzten normalen (aber minimalen) Einkauf sechs Tage vor der Abreise erledigen — nur Artikel, die vorhandene Vorräte zu Mahlzeiten ergänzen. Danach höchstens einzelne Produkte nachkaufen, nichts Verderbliches, das nicht vor der Abreise aufgebraucht wird.
Kann ich Milch, Käse und Brot vor der Reise einfrieren?
Ja. Milch friert am besten in Halbliter-Portionen ein, Hartkäse gerieben oder am Stück zum Kochen, und Brot sollte vor dem Einfrieren geschnitten werden — so kannst du es nach der Rückkehr direkt gefroren toasten.
Wie verwerte ich zufällige Kühlschrankreste am schnellsten?
Mit einer Frittata: Eier, beliebiges Gemüse, beliebiger Käse, eine Pfanne, 20 Minuten. Sie schluckt fast alles, was ein Vor-Ferien-Kühlschrank enthält. Teigwaren mit improvisierter Sauce aus Pesto, Rahm oder Butter und Knoblauch sind die knappe Nummer zwei.
Soll ich den Kühlschrank während der Ferien ausschalten?
Nur wenn er komplett leer ist — und nur mit offener Tür, um Schimmel zu vermeiden. Für die meisten Haushalte ist es einfacher, den Kühlschrank bis auf Saucen leer zu essen, ihn ein bis zwei Stufen wärmer zu stellen und laufen zu lassen.
Hilft Eini in der Countdown-Woche?
Ja. Statt die Mahlzeiten um die Aktionen der Woche zu planen, planst du um deinen Kühlschrank — und nutzt Einis echte Preise von Coop, Migros, Lidl, Aldi, Denner und Aligro nur für die wenigen Lückenartikel, die du noch brauchst. Die Einkaufsliste bleibt absichtlich kurz.
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